Angst und Kontrollgeist
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Gefahr für die Sicherheit. Aus Kultur-, Kunstgeschichte, Verhaltens- und Hirnforschung.
Kontrolle ist das Gegenteil von Freiheit und funktioniert über Tabus, unausgesprochene Regelwerke, die nicht den rechtmässigen Gesetzen folgen. Sie beruhen auf Manipulation, Ausgrenzung, Missbrauch und Gewalt, sexualisierte Gewalt in einer gottlosen Gesellschaft. Andere kontrollieren zu wollen wie Jezebel im Alten Testament kommt von der Angst, ungenügend zu sein, sich wertlos zu fühlen und der Angst vor dem Ausschluss aus der sozialen Gruppe mit der man sich identifiziert. Unternehmen, Behörden, Vereine und Glaubensgemeinschaften, ganze Gesellschaften, können dem Kontrollgeist verfallen, auch Veränderungsängste genannt.
Kontrolle und Eigennutz als geistige Haltung in Führungspositionen, in Politik, Verwaltungen und Unternehmen zusammen mit Vorurteilen und Ideologie, führt zum Verlust von Vertrauen in demokratische Institutionen und Rechtsstaat und lädt organisierte Kriminalität und hybride Akteure ein. Ideologie führt zu Radikalisierung und Gewalt, bei Individuen und in einer Gesellschaft. Historische Ursachen waren: Pandemien und Transformationen aufgrund von grundlegenden Änderungen der Wirtschafts- und Lebensbedingungen wie die Sesshaftwerdung des Menschen und der Erfindung der Landwirtschaft vor tausenden von Jahren, Industrialisierung sowie der Verlust des Glaubens (Säkularisierung), kriegerische Konflikte und Niedergang, Krieg, Nationalsozialismus.
Internet, Missachtung und Missbrauch von persönlichen Daten, Missbrauch sozialer und beruflicher Identitäten, falscher Umgang mit Sozialen Medien, Smartphone-Vernetzung über Grenzen und traditionelle Kulturen und Glauben, hinweg, oberflächlicher Lebensstil ohne geistige Nahrung, finanziert durch Pump, haben die Türen geöffnet für verdeckte und offene Hasskriminalität unter gewöhnlichen Menschen, bis hin zur Hetze für Genozid und Anstiftung zum Parrizid, dem Mord an der eigenen Mutter, dem eigenen Vater (Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO). Der Post-Holocaust-Antisemitismus nach und wegen dem Holocaust hat sich zur gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gewandelt. Auch Alte geraten ins Visier, Behinderte, Menschen mit seltenen Krankheiten, körperlichen und mentalen Einschränkungen und aus der LGBTQ-Community.
Soziale Medien und Kommunikation, Handlungen von denen, die in der Öffentlichkeit stehen, Daten-Analyse können auch für Deradikalisierung genutzt werden und, um denen das Handwerk legen, die das Geld der Steuerzahlenden und Krankenversicherten in die eigenen Taschen stecken, Verrat am sozialen Sicherungssystem begehen, hybride Akteure einladen, um Pensionen und Renten in kriminelle Kanäle ins Ausland zu verschieben.
Eigentlich wollte ich über nichts negatives mehr schreiben, sondern zur Lösung der Probleme beitragen. Der Fall von Crans Montana, das letzte Attentat auf den US-amerikanischen Präsidenten, meine eigene Betroffenheit von Gewalt in den letzten vier Jahren haben mich bewogen, diesen schon lange angefangenen Artikel fertig zu schreiben.
Linolschnitt Konrad 2021
Im der Episode Steierertod (2021) der Fernsehkrimi Serie Steirerrausch hängt der Kontrollgeist Cornelius als bunt bemalte, mit breiten Schaufelzähnen grinsender Holzkopf an der Wohnzimmerwand einer Geistheilerin und Medium (gespielt von Adele Neuhaser) Sie spricht mit ihm und er kommt in den Verdacht, selbst der Mörder zu sein. Die Schlange steht für die Verführung junger Leute für totalitäre Ideologien, wie der Kinderbuch Autor Otfried Preussler (1923-2013) seine eigenen Erlebnisse und Beobachtungen als Jugendlicher im Nationalsozialismus in seinem Roman Krabat (1971) nach einer sorbischen Sage aufgearbeitet hat. Ausserdem sind gerade vor Kurzem wissenschaftliche Studien heraus gekommen dazu, dass solche Veränderungen, Konflikte, Bürgerkriege innerhalb einer friedlichen, wohlhabenden Gesellschaft, biologische Ursachen haben könnten.
Als ich meinen Linoldruck gemacht habe, säte ich noch Schnittblumen an im Februar unter Licht im selbst gebauten Gestell am Stubenfenster, Topfchilis und -auberginen auf der Heizung bei meinem Partner mit Zentralheizung, stellte ein neues Treibhaus in meinem grossen Schnittblumengarten auf. Es war ein Ausstellungsobjekt im hiesigen Baumarkt Ende März zum Selbstabbruch angeboten zu einem sehr günstigen Preis. Ich habe es selbst abgebrochen und mit meinem kleinen Traktor nach Hause gefahren, wie auch das Terrassenholz für ein neues Gestell für Schlafen im Garten unter blühendem Hopfen im Sommer, weil der Sturm das alte weggeblasen hatte. Ende 2025 oder Anfang 2026 haben Vandalen die Kunststoffhülle mutwillig zerschlitzt. Seit 2024 konnte ich es nicht mehr benützen, weil gewalttätige Banden regelmässig mich bedrohten, Traktor und Roller stahlen, Holzspaltmaschine, vandalisierten. Ab Herbst 2023: Jedes Mal, wenn ich aus dem Haus ging, weitere Bedrohungen und Angriffe, bis sich das ab Herbst 2025 auf zugesandte, hämische, zynische Drohungen beschränkte, noch im März 2026 eine Androhung für unlautere Zwangsversteigerung mit Bezug zu meinem Gelprint zu 100 Jahre nach der Hyperinflation und dem Jahr mit der Jahrhundertkrise 1923.
Erinnerungen an Covid-19
Als ich den Krimi gesehen habe, war ich gerade zurück gekommen aus den Niederlanden, wo die im Herbst 2020 getroffenen Abmachungen für die Besuche von Schäfereien und Schafhaltungsbetriebe für Reportagen über die niederländische Schaf- und Wollindustrieben nicht möglich waren. Corona Massregelungen, wie das in den Niederlanden hiess, erlaubten Fremden nicht auf Landwirtschaftsbetriebe zu gehen. Schafe haben auch, wie Rinder das Corona-Virus der Russischen Grippe in sich, dass sich mit dem von Covid-19 sonst hätte verbinden könnte und das Pandemievirus noch gefährlicher machen. Meine Freundin und ich mussten zudem gleich nach der Ankunft bei ihr zuhause in den Niederlanden in Quarantäne. Sowohl die Schweiz, wie die Niederlande waren am Tag der Abreise zu Hochrisikoländern eingeteilt wurden, sodass ich dort neben Spaziergängen mit den Hunden, Stricken, Lesen und Arbeiten am Computer, vor allem damit beschäftigt war, wie ich wieder in die Schweiz komme.
2019 hatte ich meine Schafe nach 20 Jahren Zucht von einem Tag auf den nächsten abholen lassen müssen und schlachten, weil eine hochbetagte Verwandte, zu der ich ein enges Verhältnis hatte, in München zum Pflegefall wurde, ich mich zuerst um Pflege kümmern musste und dann die Beerdigung organisieren. Trotz jahrelanger Beitragszahlungen habe ich keinen Betriebshelfer bekommen. Es waren schon da auswärtige Vandalen auf meinem Hof, die mühselig im Treibhaus angesäte Futterrüben für meine Schafe ausgerissen haben, Schafe in der Nacht aus ihrem Unterstand gelassen und gejagd in den Vorgarten, dass sie so verstört waren, dass sie kaum noch zu beruhigen waren. Mein Kontrollgeist blickt erschreckt in die Zukunft, mit der Ahnung, dass Schreckliches passieren könnte, im Gegensatz zum Schrei des norwegischen Malers Edvard Munch (1863-1944), der eine Aufarbeitung des Erlebten darstellt.
Der Schrei und die Pandemie
Von 1889 an grassierte die Russische Grippe, eine der tödlichsten Pandemien und wie Covid-19 von einem Coronavirus verursacht, bis sich 1895 das Virus in Rinder zurück zog und für den Menschen zum Erreger für harmlose Erkältungen wurde. Der Schrei des Malers Edvard Munch (1863-1944) entstand in der Zeit, als die Russische Grippe besonders schlimm wütete in der norwegischen Heimat des Malers und in Berlin, wo er in dieser Zeit lebte. Allgemein wird das Meisterwerk erklärt mit der existenziellen Not des Menschen, der sein Leben für sinnlos hält, der Angst des modernen Menschen vor Arbeitslosigkeit, dem Verlust von gesellschaftlicher Anerkennung, sozialem Abstieg, Isolation, Alter, Krankheit und Tod in der modernen Gesellschaft, das Gefühl von Entfremdung und Entwurzelung, dem Ohnmachtsgefühl, wenn man zunächst weiter in der gewohnten Umgebung lebt und wie oben geschildert auf einmal alles zerstört wird, das vorher das Leben ausgemacht hat.
Die Russische Grippe war die erste Pandemie in der modernen Zeit mit statistischen Aufzeichnungen. Das Virus selbst war wenig tödlich, aber sehr ansteckend, sodass viele, insbesondere viele junge Leute erkrankten. Die Überlebenden hatten Nervenschäden, die sich zeigten mit Lähmungen im Gesicht, Schmerzen, Psychosen, Depressionen mit Selbstmordgedanken und Todessehnsüchten, Symptome, die der Maler Edvard Munch auch hatte. Wenn er davon sprach, dann sagte er, dass die psychischen Probleme von seiner schwierigen Kindheit kamen, ein Zeichen des von der Gesellschaft verordneten Tabus. Die Russische Grippe kam in Wellen, dass die wirtschaftliche Krise dadurch immer schlimmer wurde. Handel und Produktion kamen zum erliegen. Wucherer und organisierte Kriminalität, Gesetzlosigkeit griffen um sich. Pandemien lösen Ängste aus, die zu gesellschaftlichen Veränderungen führen, Wirtschaftskrisen und die Suche nach Sündenböcken.
Den Blogpost begann ich zu schreiben, als ich noch Aufklärung betreiben wollte, zu Nationalsozialismus, Shoa und totalitäre Regime, wie die der Sowjetunion unter Josef Stalin (1878-1953) und frühere undemokratische Gesellschaften, etwa des Mittelalters mit Ausbeutung, Sklaverei, Tod, Folter und Hungertod aus einer eher akademischen Sicht, literarisch und mit professionellem Abstand, damit man daraus lernen kann. Es geschieht aber hier und jetzt.
Die Angst des Modernen Menschen
Die Angst des modernen Menschen in der arbeitsteiligen Industriegesellschaft ist eine andere als die normale Angst, oder Furcht vor einer schwierigen Aufgabe, einer gefährlichen Situation, etwa im Strassenverkehr. In der englischen Sprache gibt es verschiedene Wörter für den Gefühlszustand: Fear, anxiety, trauma und auch das deutsche Wort angst. Die Angst des modernen Menschen heisst auf Englisch angst of the modern person. Die Angst, die den Menschen zum Raubtier macht, die Progrome (gruppenbezogene Gewalt in der Bevölkerung) auslöst, ist dieselbe Angst, wie sie der frühe Mensch hatte, wenn er in Sekundenschnelle fort laufen, oder sich dem Kampf stellen musste, gegen menschliche Feinde oder Raubtiere. Er musste Kräfte entwickeln, ohne die Zeit zu haben nachzudenken, sondern in Bruchteilen einer Sekunden reagieren. Ein als langer, dünner Schatten wahrgenommene Ast konnte eine gefährliche Giftschlange sein, vor der er schnell weglaufen musste, bevor sie hochschnellte und ihn biss, oder seinen Speer packen und mit unerhörter Kraft zielgenau zustechen. Ein von hinter einem Baum hervorlugender Mensch mit grimmigem Gesichtsausdruck und Beil in der Hand könnte damit zuerst zuschlagen, dass der Urmensch lieber vorher dem Unbekannten den Schädel einschlug. In frühen indigenen Gesellschaften ohne Gottesglaube ging es ums Überleben, das eigene und das seiner Sippe, die Weitergabe der Gene, nicht um Rücksicht auf andere Menschen. Diese Angst wird meist durch einen sogenannten Trigger ausgelöst, was sein kann die Erinnerung an ein früheres Ereignis, selbst wenn es in der Kindheit war, dass der erwachsene Mensch sich gar nicht mehr bewusst erinnert, oder ihm als Erwachsener keine Bedeutung zumisst, einem schlimmen Erlebnis, oder auch über sogenannte Epigentik vererbt.
Ich habe mich im Übrigen schon immer für die Frühgeschichte der Menschheit interessiert. Mein erster Berufswunsch war Archäologin, weil ich in meiner Kindheit viele Bücher von Ausgrabungen und auch Sagen und Märchen geschickt bekommen habe von meinen deutschen Verwandten, zum Beispiel über Troja, damit ich deutsche Bücher lese und die deutsche Sprache in der US-amerikanischen Kindheit nicht verlerne. Verhaltensforschung gehört zum Grundstudium der Agrarwissenschaften. Als ich das Studium anfing, war das ein richtiger Hype, viele wollten Agrarwissenschaften studieren, um Tierverhaltensforscher zu werden. Beim Umgang mit Tieren als Landwirtin muss man viel wissen darüber und durch Beobachtung an den eigenen Tieren lernen. Bei Fluchttieren wie Schafen braucht man das besonders, zum Beispiel, weil sie Schmerzen nicht zeigen, da sie in der freien Wildbahn sonst sofort gefressen würden.
Biologische Ursachen der Angst
Dafür verantwortlich, dass der Jäger und Sammler von vor 100'000 Jahren, ohne zu überlegen, schnell zuschlug, ist Noradrenalin, ein Hormon, eine Zutat für das Dopamin, das wie das Benzin für das Verbrennerauto der Brennstoff für Hirn und Nervensystem ist. Das Noradrenalin wird hergestellt und im ganzen Hirn verteilt in einem sehr kleinen Bereich des Stammhirns, dem sogenannten Blauen Kern, dem Locus coeruleus. Wie das vegetative Nervensystem, das unsere Atmung steuert, dass wir nicht überlegen, wann ein- und ausatmen, arbeitet das Stammhirn selbständig, gesteuert vom Unterbewusstsein. Im Normalzustand steuert das Noradrenalin viele Aufgaben und Funktionen des Hirns, im Ausnahmezustand produziert es sehr viel davon, dass Verstand und rationales Überlegen ausgeschaltet sind. Verdeckte hybride Kriegsführung, die Menschen zu gewissenlosen Kriegsmaschinen macht, landläufig Hirnwäsche genannt, setzt am Blauen Kern an. Stammhirn und Blauen Kern haben alle höheren Tiere. Beim Menschen mit seinem ausgeprägten Verstand und intellektuellen Fähigkeiten, steuert der Blaue Kern auch aus dem Unterbewusstsein heraus, was wir schlussendlich entscheiden, selbst wenn wir meinen, aufgrund nach ausführlicher Analyse uns entschieden zu haben. Der Blaue Kern verändert sich auch bei Krankheiten wie Demenz. Erst seit 2019 kann man ihn mit sogenannten bildgebenden Verfahren sehen. Vorher konnte man nur an Verstorbenen sehen, ob er noch funktionierte.
Forscher untersuchen diese Zusammenhänge unter anderem durch die Beobachtungen von unseren nächsten Verwandten im Tierreich, den Menschenaffen. Wie einer der Forscher, die die Studie gemacht hat, sagte, kann man an den Menschenaffen besonders gut unser menschliches Verhalten untersuchen, weil sie nicht sprechen, also nicht lügen, um den Brei herum reden, falsche Informationen herum schicken, und so weiter. Wer von den jungen Leuten sich solche ein Berufsfeld von Forschung mit Menschenaffen einmal ansehen will, den verweise ich an das Max Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leibzig.
Biologische Ursachen von Hasskriminalität und Bürgerkrieg
Das Wissenschaftsmagazin Science berichtet, wie ursprünglich über Jahrzehnte friedlich zusammen lebenden Gruppe von Schimpansen im Kibale Nationalpark in Uganda zuerst sich spaltete in zwei Teile, die zuerst nicht besonders feindlich gegeneinander waren, sich weiterhin untereinander paarten, dann aber aus der kleineren Gruppe Gangs von männlichen erwachsenen Affen die anderen aggressiv überfielen und schlussendlich sechs Erwachsene und 17 Kinder töteten. Die Forschenden schlossen daraus, dass Polarisierung und Spaltung und daraus resultierende Hasskriminalität, bis hin zum Bürgerkrieg mehr biologische Ursachen haben, als bis anhin angenommen. Während gewisse Verhaltensweisen im Hirn vorprogrammiert sind, müssen andere erlernt werden, in der Kindheit, durch Erfahrungen und vermitteltem Wissen.
Evolutionsbiologen glauben, dass der Mensch sein soziales Verhalten von den Wölfen hat, ihrem Jagdverhalten, indem er es zuerst abgeschaut hat, wie die Wölfe wie Hirten durch die Rentierherden streiften, ihre Beutetiere beobachteten, begleiteten, bis sich die Gelegenheit bot, ein schwaches Tier einzufangen, zu töten und als Nahrung dem ganzen Rudel, Familienverband aufzutischen. Die Wölfe trafen dann auch auf Menschen, die jagten und irgendwann beschlossen welche, dass man sich vielleicht zusamen tun könnte, die dann zum Gespann von Hirte und Hund wurden. Als Nebenbemerkung sei gesagt, dass die Überwindung von solch grösseren Krisen der Menschen, die bedeutende Transformationen begleiten, wie sie das Sesshaft werden des Menschen, die Erfindung der Landwirtschaft, deshalb funktionierten, weil sich die Beziehung zwischen den Menschen untereinander und zwischen Mensch und Tier dahin entwickelt haben, dass sie zusammen gearbeitet haben.
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Bei Raubtieren bedingt gute Führung den Gemeinschaftssinn und Frieden
Raubtiere wie Wölfe, die im Rudel leben und jagen, aber auch eher alleine oder in Familienverbänden lebende Raubkatzen, grenzen von Zeit zu Zeit einzelne Artgenossen aus. Die Wölfe treiben den Unglücklichen weg vom Bau, vom Liegeplatz, jagen ihm die Beute weg, fressen das Erlegte vor seinen Augen. Warum der Ausgegrenzte sich nicht ein neues Revier sucht, sich unterwürfig zeigt, darum bettelt, wieder aufgenommen zu werden, ist nicht bekannt. Das Rudel wählt sich für den Mobbingtod auch kein erkranktes oder geschwächtes Rudelmitglied aus, oder ein in der Rangordnung unterlegenes Tier aus. Ihre Leittiere schätzen Wölfe wegen ihren Führungseigenschaften, dass sie sie auch noch akzeptieren, wenn sie nicht mehr fit sind, altershalber geschwächt. Die Leitwölfin des ersten Wolfsrudels in der Schweiz, das Calanda Rudel, das im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen und Graubünden lebte, war über 12 Jahre alt, als sie letztmals gesichtet wurde. Laut Mitarbeitenden des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums Plantahof im Schweizer Kanton Graubünden, das in der Nähe des Reviers des Calanda Rudels liegt, gab es mit diesem Rudel nie ein Problem, solange die Leitwölfin lebte. Die Wölfe des Rudels rissen keine Nutztiere sondern jagten ihre natürliche Beute, Hirsche und Rehe. Die Gruppe Wolf Schweiz berichtet auf ihrer Internetseite, dass die alte Leitwölfin immer noch leben könnte und von einem anderen Rudel, deren Leitwölfin trotz fortschreitender altersbedingter Schwächung und Krankheit, ihre Führungsposition behielt. Die anderen Rudelmitglieder fütterten und pflegten sie, bis sie eines natürlichen Todes starb.
Auch die Wissenschaftler:innen, die die Schimpansen im Kibale Nationalpart beobachteten über Jahrzehnte des friedlichen Zusammenlebens, meinen, dass der Ausbruch der Feindseligkeiten damit zu tun haben könne, dass aufgrund von Krankheit erwachsene Mitglieder der Gemeinschaft gestorben sind, die einen wichtigen Einfluss auf den sozialen Zusammenhalt, den Umgang miteinander hatten und die Affengesellschaft Aggressionen in der Gruppe nicht mehr im Griff hatten. Unternehmensführer (BMW, 2005) sprechen von Veränderungsängsten, die nicht mehr managebar sind, die unbedingt zu vermeiden sind und in einer Unternehmung sich ausbreiten kann, wenn zum Beispiel die Führung keine klare Unternehmensstrategie den Arbeitnehmern kommuniziert. Dann fürchten Mitarbeitende um ihren Arbeitsplatz, arbeiten nicht mehr richtig, sondern diskutieren darüber, was die Manager alles falsch machen und sabotieren dann die Kollegen, damit ein anderer entlassen wird wie sie selbst, auch wenn es gar keinen Grund gibt für betriebliche Entlassungen.
Unsicherheit und traumatisierende Erlebnisse lösen Angst und Gewalt aus
Waren es im Steinzeitalter wilde Tiere und Räuber, genügt in der modernen Zeit und in der Wohlstandsgesellschaft Unzufriedenheit mit der eigenen Situation, dem Erreichten, wie man sich selbst und andere sieht und eine allgemeine Krisensituation mit Unsicherheit, wie wir sie jetzt haben, um solche sich selbst verstärkende Ängste nicht nur bei Einzelnen, sondern in der Gesellschaft auszulösen. Die Angst, die im Englischen angst heisst, führt dazu, dass Menschen gewalttätig gegeneinander werden und das mit Verschwörungstheorien und okkulten Ritualen begründen. Der Schweizer Agrarwissenschaftler und Bundesrat Friedrich Traugott Wahlen (1899-1985), Stratege der Ernährungssicherung der Schweiz im Zweiten Weltkrieg, warnte 1975 vor der Unzufriedenheit in der Gesellschaft.
In den frühen 1970er Jahre kam die Unzufriedenheit von Unsicherheit in Wirtschaft und Gesellschaft, mit damals steigenden Preisen und Lebenshaltungskosten (Stagflation), Erdölkrise, Zuwanderung von Gastarbeitern, die ausgegrenzt und missachtet wurden, wie dargestellt im Film Angst essen Seele auf (1974) von Rainer Werner Fassbinder (1945-1982). In diesem Film geht es um die Liebe einer über 60-jährigen Putzfrau zu einem zwanzig Jahre jüngeren Marokkaner, der in Deutschland in einer Autowerkstatt arbeitet.
"Angst essen Seele auf"
Den Titel des Fassbinder Films gab ein Satz von Ali, dem jungen Fremden, als die beiden sich kennen lernen an einer Tanzveranstaltung, ziemlich am Anfang des Filmes. Der Gastarbeiter aus Marokko drückt damit die traditionelle Haltung der Dorfgemeinschaft, der Kultur in seinem Heimatland aus, im Deutschland der Nachkriegszeit, wo noch die rassistischen Vorurteile der NS-Zeit, die Tätergesellschaft sich in den Einstellungen und dem Handeln der Menschen herum trieben. Für die Arbeitskollegen, die erwachsenen Kinder der älteren Frau, war der dunkelhäutige Ali ein Schurke, die Mutter und Putzfrau eine Gefallene. Das war ihnen nicht nur peinlich, sondern provozierte Gewalt.
Die Hauptdarstellerin Brigitte Mira (1910-2005) galt in der NS-Zeit als Halbjüdin, die ihre Herkunft mit falschen Papieren versteckte und in NS-Propaganda Filmen mitspielte. Wegen der ihr zugeteilten Rolle und ihrem grossen schauspielerischen Talent, gelang es ihr das Publikum der Nazi-Deutschen zu begeistern, damit es sich gegen die nationalsozialistische Herrschaft auflehnte im Kleinen. Jedenfalls fanden das die NS-Machthaber und setzten die Minifilmserie ab nach wenigen Folgen. In Liese und Miese (1943) spielte Mira die Miese, die im Radio die von den NS-Machthabern verbotenen Sender hörte, das deutschsprachige britische BBC oder Radio Vatikan. In ihrer Filmrolle lehnte sich die Figur von Mira im Kleinen auf und machte nicht mit in der Massengesellschaft für Krieg, Ausgrenzung, Raub und Mord an jüdischen Menschen. Wie es auch die Schweizer Bauernfamilien taten, die über der Grenze in Vorarlberg seit Generationen Wiesen hatten.
Praktizierte Menschlichkeit in der Zeit des Nationalsozialismus
Auf dem Rückweg von der Heuernte über der Grenze, versteckten sie unter dem hoch aufgehäuftem Heu der Erntewägen jüdische Flüchtlinge. Andere nahmen nach dem erlaubten Besuch von Verwandten und Freunden oder Besorgungen im zum Deutschen NS-Reich gehörige Vorarlberg Verfolgte, die sie nicht kannten, bei der Hand, um sie beim Grenzübertritt für die Rückkehr in die Schweiz als Verwandte oder Angestellte auszugeben, wie wenn sie auch schon auf dem Hinweg dabei gewesen wären. Wenn die Schweizer Bauern mit ihren Heufuhren zu Hause in der Schweiz ankamen, gaben sie ihren blinden Passagieren etwas Geld, eine Brotzeit und Wegleitung, wie sie zu anderen hilfsbereiten Menschen abseits von Flüchtlingslagern kommen konnten und sich unerkannt mit Hilfe von vielen in die Gesellschaft einreihen konnten, oder in andere Länder weiter reisen. Es gab dazu einen Prozess im Jahr 2006 für die Entschädigung von Fluchthelfern, die erwischt wurden, ins Gefängnis gekommen waren, was man in der Dokumentation zum Hörweg Über die Grenze des Jüdischen Museums Hohenems lesen kann. Was ich geschrieben habe, muss man aber zwischen den Zeilen aus diesem Bericht heraus lesen, denn dokumentiert ist vor allem, wie das Gericht 2006 feilschte um Geldbeträge, die die Nachkommen erhalten sollten, wo die Fluchthelfer selbst schon lange gestorben waren. Es ist eine Frage der Geisteshaltung, die auch in einer solch schrecklichen Zeit, Angst gar nicht aufkommen lässt, sich selbst unter der Androhung von Todesstrafe einzusetzen für andere.
Auch Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Israelitischen Kultusbundes von München, früher Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, die auch mehrere hohe Ämter der internationalen jüdischen Institutionen bekleidete, erzählte in einem Interview, wie sie als kleines Mädchen dabei war, als ihr Vater, ein jüdischer Rechtsanwalt, von der Gestapo verhaftet wurde auf offener Strasse. Ein fremdes Kindermädchen mit Kinderwagen kam an der Szene vorbei, herrschte das kleine Mädchen an, sie soll doch nicht immer fortlaufen, nahm ihre Hand, legte sie auf den Kinderwagen und ging weiter, wie wenn nichts wäre und brachte das Mädchen auf Umwegen nach Hause. Die kleine Charlotte überlebte bei einer christlichen Familie auf dem Land. Ich kenne viele solche Geschichten, die mir in Kindheit und Jugend erzählt wurden, aber nicht, dass es sich bei den Geretteten um jüdische Menschen und Kinder handelte und, dass auch ich gefährdet war. Charlotte Knobloch braucht heute mit 93 Polizeischutz, wo sie über Jahrzehnte eine hoch angesehene Persönlichkeit war, die auch Kritik übte an der Erinnerungskultur der Deutschen, indem sie zum Beispiel öffentlich durchsetzte, dass in München keine sogenannten Stolpersteine verlegt wurden, goldene Pflastersteine mit den Namen von Opfern des Nationalsozialismus in der Nähe ihrer früheren Wohnorte. Sie wies darauf hin, dass es eine Entehrung sei, wenn ihre Namen im Boden verlegt würden, wo Menschen darüber laufen können mit den Strassenschuhen, an denen womöglich Hundekot klebe. Charlotte Knobloch sagte das deutlich und in der Debatte um die Beschneidung, die einem Entscheid eines untergeordneten Gerichts im Falle eines muslimischen Jungens, setzte sie sich klar für die muslimische Glaubensgemeinschaft ein.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit für hybride Bedrohung
Zu den Stolpersteinen ist noch zu sagen, dass auf den Internetseiten meines Vaters zu seinem Fränkischen Hof, die er seit Jahren nicht mehr selbst gepflegt hat, dazu stand, dass "kleine metallene Steine" verlegt wurden mit den Opfern des Nationalsozialismus und er daran beteiligt war. Es gibt an seinem letzten Wohnort keine Stolpersteine und der Begriff ist in Deutschland bekannt, dass die seltsame, unkundige Bezeichnung ein Hinweis ist, dass es aus dem Ausland kommt, wahrscheinlich von sogenannten hybriden Akteuren, die hetzten dafür, dass Verschuldete ihre Schulden auf seiner Liegenschaft abladen, auf seinen Tod gewettet haben, seine Pension nach seinem Tod weiter ausbezahlt wird. Hybride Akteure, die von Kontrollgeist befallene westliche Gesellschaften angreifen, erkennt man daran, dass sie sich mit den Gegebenheiten vor Ort nicht auskennen. Sie kommen wahrscheinlich aus Asien, denn dort ist auch eine Tradition für Ausgrenzung, man denke an die verheerende Hungersnot in China 1959-61.
Im Koreakrieg (1950-53) fiel es erstmals auf, dass gefangen genommene US-amerikanische Offiziere, von denen bekannt war, dass sie stramme US-Patrioten waren, Filme und Botschaften aus der Gefangenschaft schickten, dass sie nun die USA und ihr Gesellschaftssystem hassten, ihre US-amerikanischen Pässe zurück geben wollten.US-amerikanische Militärs begannen, ihre psychologische Kriegsführung auszubauen.(Chase Hughes bei Dr. PhilPodcast). Hybride Bedrohung ist heute der richtige Begriff dafür, weil sie mit physischer Gewalt und neurologischen Methoden verabreicht wird. Über die antisemitischen Motive an der Dokumenta15 in Kassel aus der Perspektive von hybrider Kriegsführung können sich die Leser selbst eine Meinung bilden im Beitrag von 2022 in Geschichte und Gegenwart.
Ich befasse mich mit Fragen von Sicherheit, seit ich die spannenden Romane von Jörg H. Trauboth gelesen habe, und auch im Zusammenhang mit Ernährungssicherheit und Agrarpolitik, meinen angestammten Themen als Agraringenieurin und -ökonomin.
Gewalt und Unmenschlichkeit als Schwäche
Die Schimpansen im Kibale Nationalpark - es waren 200, was eine grosse Gruppe ist für die stark vom Aussterben bedrohte Menschenaffengruppe - teilten sich zuerst in zwei Gruppen, die aber immer noch untereinander soziale Beziehungen pflegten, sich paarten. Dann fing die kleinere Gruppe an, mit kleinen Stosstruppen erwachsener, männlicher Tiere, in das Gebiet der grösseren Gruppe einzudringen und deren Mitglieder anzugreifen. Schlussendlich tötete die aggressive Gruppe mehrere Erwachsene und siebzehn Kleinkinder. Die Angegriffenen schlossen sich nicht zusammen, um die Opfer gemeinsam zu verteidigen. und die Gruppe gehört heute zur schwächsten Population von Schimpansen weltweit. Sich zusammenrotten und kaltblütig über wehrlose Einzelne herzufallen, ist ein Zeichen von Schwäche.
Eine politische Karikatur aus der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus, das im Schulunterricht am Gymnasium gezeigt und erklärt wurde, fällt mir dazu ein: In der Mitte stehen Ärzte und Pflegekräfte an einem Operationstisch, auf dem ein Patient liegt. An der Türe auf der linken Seite des Tischs stehen aufrechte Menschen in der Warteschlange. Rechts schleichen die frisch Operierten in gebückter Haltung heraus. Unter der Zeichnung steht:
"Rückrad raus!"
Welcher Geist waltet, entscheidet über Hass oder Menschlichkeit
Den Linoldruck Kontrollgeist habe ich 2021 gemacht, wegen einem Fall von unklaren Einreisebestimmungen von Deutschland, wo ich mich über ein E-Mail aufgeregt habe, das vorgeblich vom Münchner Landratsamt kam und mir vorwarf, dass ich verschärfte Quarantänebestimmungen nicht einhalten würde, wo ich gar nicht in Deutschland war, sondern nur vorsorglich eine gerade von Deutschland neu verlangte Einreisebestimmung ausfüllte und dann nicht gefahren bin. Ein solches gehässiges E-Mail in kalter Amtssprache kann auch von einem bösartigen Nachbarn, oder aus einer hiesigen Behörde kommen, die sich nicht daran stört, dass sie vielleicht einen Angriff von ausländischen hybriden Akteuren oder organisierter Kriminalität ausführt, der sie mit eigenen von Kontrollgeist geprägten Handlungen Hand reichen, oder weiter leiten, ohne zu überlegen.
In Pandemie-Zeiten, mit dem plötzlich umgreifenden Tod konfrontiert, bei der jüngsten, der Covid-19 Pandemie in den 2020er Jahre mit täglichen Meldungen in den Nachrichten, wie viele gestorben waren, blühen Verschwörungstheorien und Phantasien, selbst Hand anzulegen auf. In den USA verstarben mehr während der Covid-19-Pandemie, als medizinische Studien ergeben haben. In der Schweiz, sprachen Nachrichtensprecher, die die Zahlen verlasen von Toten, die an und mit Covid-19 verstorben waren. Realistische Bilder der Gewalt auf Smartphones, von Krieg, Folter, Leichen, des Grauens in der Stube und bis vor Kurzem auch in Schulbussen und Klassenzimmer, unzensoriert, wirken anders auf das Hirn, wie etwa ein spannender Krimi, bei dem der oder die Verbrecher:in am Schluss in Handschellen gelegt und die Dramaturgie klar sagt, dass der Verbrecher ein Unrecht begangen hat.
Wenn Tod und Krankheit allpräsent sind vergeht die Achtung vor dem Leben
Während der Spanischen Grippe (1918-2020), die am Ende des Ersten Weltkriegs mit den Transporten US-amerikanischer Truppen nach Europa kam, wurden viele Tote als Kriegsopfer deklariert. Die wissenschaftliche Forschung und Aufklärung fand erst in den 1990er Jahren von wenigen Medizinhistorikern statt. Meine Schweizer Heimatgemeinde baute 1919 ein grosses, stattliches Waisenhaus, weil in dieser Zeit von vielen Kindern die Eltern gestorben waren. Die Versorgungssituation war schlecht, auch in Frankreich und Deutschland starben junge Frauen mit Kindern den Hungertod wegen der britischen Seeblockade. Ist der Tod überall präsent, ist es ein Leichtes, nachzuhelfen, für Erbe, Arbeitsplatz, um den Toten in einem von Korrupiton und Kriminalität vorgefertigtem System die eigenen Schulden anzuhängen- Wegen den oben geschilderten Zusammenhängen im Hirn, entwickelt sich die Versuchung von Werbung, Druck der anderen, zur Sucht nach dem Töten, der Missachtung von Recht und Leben anderer Menschen. Wie der palästinensische Schriftsteller Atef Abu Saif schreibt, zitiert nach dem Schweizer Online-Medium Republik zum Leben in Gaza:
die Spanische Grippe war eine Vogelgrippe, bei der Bakterien, die Leichen abbauen zusätzlich in die geschwächten Körper der Kranken eindrangen, direkt nach dem Tod Blutergüsse unter der Haut und Gasbildung in den Lungen der Toten verursachten, sodass die Grippe-Toten sich aufblähten und schwarz verfärbten. In Sao Paulo in Brasilien schoben die noch lebenden Familienmitglieder ihre zu Ungeheuern entstellten Verstorbenen in der Nacht mit den Füssen voran durchs Fenster der Erdgeschosswohnungen, damit ein Sonderzug der Strassenbahn sie abholte, um sie zum anonymen Massengrab zu bringen. Es gab 1919 schon Quantenphysik und modernes Kriegsgerät, aber viele hatten keine Gelegenheit eine Schule zu besuchen und glaubten deshalb, dass die Pandemie Hexenwerk oder Strafe Gottes für unmoralisches Verhalten sei, oder gar Vorzeichen für den nahen Weltuntergang. Ist dann Tod und Verderben so präsent, Ursache und Diagnose nicht wirklich bekannt, der Alltag wegen Quarantänemassnahmen in die eigenen vier Wände verbannt, ist es ein Leichtes, nachzuhelfen, etwa, um den Besitz der Toten zu ergreifen. In der Gesellschaft entsteht die Situation, die der deutsche Bundeskanzler beschrieben hat als:
"Es ist kein Krieg, aber auch kein Frieden."
Aber man spricht nicht darüber. Die Gesellschaft in der Pandemie verordnet sich eine Schweigepflicht, wie die der Mafia. Was als Kontrollgeist begonnen hat, wird zum Todeskult und zum Profit, mit Wetten auf den Tod, Erlass von Geldwäscheschulden, die dann Häusern und Toten, Ausgegrenzten und Ermordeten auferlegt werden.
Was ist eigentlich ein Geist?
Als Journalistin ist es für mich interessant, über Themen zu schreiben, von denen ich zuerst nichts weiss, wie etwa Themen des Glaubens verschiedener Religionen. Dann muss ich recherchieren, Leute befragen, Zusammenhänge erkennen, die ich dann ohne einen grossen Rucksack von Fachwissen, weiter geben kann, weil ich es ja zuerst auch nicht verstanden habe, was ein Geist, wie der von Jezebel im Alten Testament ist, zumal ich 2021 noch Auto, Traktor, Roller, Strom, Krankenversicherung, Nähmaschine hatte und vor allem von diesem Holzkopf Cornelius in einem Fernsehkrimi, wo ich auch noch nebenbei etwas anderes gemacht habe, dass ich mir den gar nicht so genau angesehen habe. Ein Geist im übertragenen Sinn ist eine Stimmung, eine Haltung, eine Lebenseinstellung.
Der Kontrollgeist ist die Geisteshaltung und Rücksichtslosigkeit, die den normalen Menschen zum rücksichtslosen Verbrecher machen kann, der sich in Organisationen, Verwaltungen, Unternehmen und ganzen Gesellschaften ausbreiten kann.
"Der Geist ist eine Welt für sich, in der die Hölle zum Himmel und der Himmel zur Hölle werden kann."
John Milton (1608-1674), Englischer Diplomat und Schriftsteller
Dagegen sind Menschen, wie etwa die Fluchthelfer, die Verfolgten über die Grenze in die sichere Schweiz verhalf, von einem guten Geist geschützt. Selbst wenn ihnen die Todesstrafe drohte, kam Angst gar nicht auf von vorne herein. Wer eine solche Geisteshaltung hat, dass er anderen Menschen helfen will und tut, hat gute Chancen, dass er nicht belangt wird, weil so wie die Flucht- oder Angriffsentscheidung im Hirn einprogrammiert ist, so auch die richtige Entscheidung in der Situation, wo man anderen Helfen will. Für viele ist das der christliche Glaube, Jesus, der ihnen den Weg zeigt. Das tut Jesus als jüdischer Rabbiner, der seine Lehre aus dem jüdischen Glauben und Kultur entwickelt hat. Ein ukrainisch-deutscher Theologe hat Bücher geschrieben zum Neuen Testament aus jüdischer Sicht. Dies als Hinweis zu Jesus als Verbindung, Vermittler zwischen den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Der Bezug zu Abraham, etwa in den Abraham-Accords für den Frieden im Nahen Osten, ist eine relativ neue Bezeichnung, die aus den politischen Bemühungen für Frieden kommt. Der Glaube ist auch im Hirn des Menschen angelegt, was aber ein weiter führendes Thema ist.
Der gute Geist Gottes im Christentum und das Gewissen als Grenze der Freiheit
Viele, die ich gekannt habe, die im Nationalsozialismus mit kleinen Dingen des Alltags, Verfolgten halfen, waren Christen, die an die Dreifaltigkeit glaubten und sich aus ihrem Glauben heraus vom Heiligen Geist leiten liessen. Der Heilige Geist sei wie der Wind, der im Herbst die Blätter von den Bäumen weht, dass sie vor einem in der Luft herum tanzen und dann zu Boden fallen, erklärte es ein katholischer Religionslehrer den Kindern. Man sieht ihn selbst nicht, aber seine Wirkung. Im jüdischen Glaube ist Geist Gottes, der den Menschen leitet, wie ein Wind um ihn schwebt weiblich und heisst Ruach.
Nicht alle christlichen Gemeinschaften glauben an die Dreifaltigkeit Gottes und damit an den Heiligen Geist. Sie haben dann andere Elemente des praktischen Glaubens, der sie in ihren Handlungen anleitet. Oft wird das, was Christen anleitet, mit dem Gewissen beschrieben. In den ersten Parlamenten im 18. und 19. Jahrhundert sassen die konservativ Katholischen auf der rechten Seite. Auch sie wollten die Freiheit und Demokratie. Die Grenzen der Freiheit aber sahen sie von ihrem Gewissen bestimmt, während die Liberalen, die auf den Sitzplätzen auf der linken Seite sassen, die Grenzen der eigenen Freiheit dort sahen, wo die Freiheit von anderen eingeschränkt war. Darüber habe ich schon ausführlich geschrieben in einem früheren Blogpost. Glaubensgemeinschaften, kirchliche Institutionen, bringen aber auch die Gefahr mit sich, dass sich der Kontrollgeist der Königin Jezebel einschleicht. Dann führen die Gläubigen nur noch Rituale aus, verlangen Demut von denen, die der Gruppe angehören, die sie zu ihren Feinden gemacht haben, und auch das Gewissen, das zum Beispiel ein Berufskrimineller hat, ist ein anderes, wie das des seinen Nächsten liebenden, ehrlich glaubenden Christen. Der Schriftsteller Erich Kästner (1899-1974) schrieb zur Nazi-Zeit:
"Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten, Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180 Grad drehbar."
In der Nazi-Zeit fielen viele darauf rein, erlagen der Versuchung der Ideologie, wovon sie sich nach dem Krieg lösten und sich gerade, weil sie sich selbst falsch verhalten hatten und gesehen haben, wohin es geführt hat, änderten und einsetzten dafür, dass es nicht wieder passiert. In Deutschland ist deswegen im heutigen Rechtssystem verankert, dass das Strafmass eines jungen Menschen auch daran gemessen wird, dass er noch die Chance bekommt, sein Leben als ehrliches Mitglied der Gesellschaft zu bestreiten, wie eine Staatsanwältin sagte, die Cyberkriminelle anklagt. Es ging um drei junge Menschen, die in einer Verschwörung, sodass sie sich gar nicht kannten vor dem Prozess, einen Online-Shop im Darknet betrieben, wo man illegal Waffen, Auftragsmörder und Prostituierte einkaufen konnte. Die Staatsanwältin sagte, dass einer der Verurteilten gleich nach dem Prozess zu ihr kam und sich bedankte, dass er trotz einer hohen Gefängnisstrafe froh sei, dass sie die Anklage gemacht hat, weil er sich dessen gar nicht bewusst gewesen sei, wieviel Schaden er angerichtet habe, sondern, er den Eindruck gehabt habe, dass er einen normalen Computerarbeitsplatz habe im Home-Office. Er entschuldigte sich und sagte, dass er jetzt im Gefängnis darauf sich vorbereiten will, dass er nach der Haftentlassung ein normales Leben führen könne, und, dass die Staatsanwältin, die auch bei der Auffindung und den Ermittlungen von solchen Straftätern mitwirkt, dazu beigetragen habe, dass er diese Chance bekommen habe.
Dem noch jugendlichen Sam Bankman-Fried, der ein riesiges Finanzunternehmen für Cryptowährungen aufgebaut hat, das 2022 zusammen gebrochen ist. Er wurde wegen sieben verschiedenen Betrugsfällen, Geldwäsche und mehr verurteilt zu 25 Jahren Haft. Er hatte nur die Ausbildung eines Bachelors, was vergleichbar ist mit einem Fachabitur in Physik und Mathematik, wenn auch von einer sehr guten technischen Universität MIT. Bankman-Fried sagte, dass er nur der CEO war und sich weder mit Finanzwirtschaft noch mit Cryptowährungen auskannte.
Beim Linolschnitt Kontrollgeist war ich auch inspiriert von der biblischen Geschichte von Nabots Weinberg (1 Könige 21). Zum Voraus: Die Ahabs und Jezebels, die solche jungen Menschen, wie Bankman-Fried und den Auftragsmörderverkäufer dazu intrigieren sind andere, sind diejenigen, die zur Verantwortung gezogen müssen, und die Gesellschaft selbst, die ihnen keinen Schutz geboten hat. Wirtschaftskriminalität, wie rechtsextremistische Ideologie macht aus Opfern Täter und hat weit reichende Folgen.
Nabots Weinberg im Alten Testament
Die Geschichte über Nabot aus dem Ort Jezreel im Norden des heutigen Israel, der sich weigerte seinen Weinberg dem König Ahab zu verkaufen oder zu tauschen für einen anderen, ist die Erzählung von Korruption, dem moralischem Verfall in der Gesellschaft, von Herrschaft durch Machtmissbrauch, wenn Mächtige Opium ins Volk streuen, dass sich genügend Ruchlose finden, die andere mit Falschbeschuldigung, Lügen, Einschüchterung ein Bein stellen, damit die Mächtigen bekommen was sie wollen ohne, dass der Betrug auf sie zurück fällt und sie zur Verantwortung gezogen werden. Den Kontrollgeist verkörpert Jezebel, die Frau des Königs, die im Namen des Königs dessen Statthalter dazu anhält, unmoralische Mitbürger zu finden, die bereit sind zu Lügen, damit Nabot schuldig gesprochen wird und die aufgehetzte Bevölkerung ihn steinigen soll für Vergehen, die er nicht begangen hat. In einer korrupten Gesellschaft findet sich leicht solch ein Gesindel, gewaltbereite Menschen, die anderen Schaden zufügen wollen, auch wenn sie selbst davon keinen Vorteil haben.
Die Geschichte von Ahab, Jezebel und Nabot ist auch die Geschichte von zwei Auffassungen von Wirtschaften. Für Nabot hat der Boden, der Weinberg einen grösseren Wert der Preis, den er erzielen würde, wenn er ihn verkaufte. Er pflegt Boden und Rebstöcke, wie es schon seine Vorfahren getan haben, dass beides sich aufbaut und verbessert. Er verkauft den Ertrag aus den Trauben, den Wein, hat somit seinen Gewinn aus der Arbeit. In schlechten Zeiten, wenn Sturm und Dürre weniger Trauben gedeihen lassen, kann er von seinen Ersparnissen aus dem Verkauf des Weines nehmen. Ahab und Jezebel dagegen, nehmen sich, was ein anderer aufgebaut hat. Das ist die Wirtschaftsweise der absolutistischen Könige und Fürsten im 17. bis 18. Jahrhundert, Merkantilismus: Möglichst viel für sich auf Kosten von anderen, Einnahmen für die Staatskasse durch Export, um Armeen auszurüsten und Krieg zu führen, um Schulden einzutreiben, die man den Ländern, Kaufleuten aufgebürdet hat, damit sie diese Exportgüter kaufen konnten, und der eigenen Bevölkerung.
Historischer Kontext und Religionsgeschichte
Archäologische Ausgrabungen im Norden von Israel, in Tel Jezreel, belegen, dass König Ahab eine historische Person war. Er war ein mächtiger israelitischer Herrscher mit einer grossen und gefürchteten Armee von Kämpfern mit Streitwägen. Er lebte im 9. Jahrhundert v.u.Z. (Vor unserer Zeitrechnung). Der Hauptsitz von Ahabs Regierung war in Samaria, der Palast im Norden Jezreel eine Winterresidenz, wo der Hofstaat und das Königspaar nur gelegentlich verweilten. Ahab gibt in der biblischen Geschichte vor, einen Kräuter- oder Gemüsegarten anlegen zu wollen, wozu er die über Generationen gepflegten Reben herausreissen müsste, um dafür ein- oder zweijährige Ackerkulturen anzubauen. Das könnte aber auch ein Vorwand gewesen sein. Vielleicht wollte Ahab in Wirklichkeit den Palast auszubauen, möglicherweise sogar, um die Bevölkerung dort besser verteidigen zu können gegen von aus anderen Ländern einfallenden Streitmächte und Banden, oder inländischen Räubern. Die Beurteilung, ob etwas Recht oder Unrecht ist, gerecht oder ungerecht, gut oder schlecht, ist oft eine Frage der Perspektive und des Masses, der Zeit und seiner moralischen Vorstellungen.
Die Geschichte von Nabots Weinberg ist eigentlich ein religiöser Disput. Sie spielt in der Zeit der Menschheitsgeschichte beim Übergang vom Jäger und Sammler zum Sesshaft werden und der Erfindung der Landwirtschaft. Nabot gehört noch der ursprünglichen indigenen Stammeskultur der Israeliten an, von vor der Zeit der jüdischen Königsreiche im heutigen Israel und Palästina. Jahwe war ursprünglich ein Gott von vielen indigenen Geistwesen, zuständig für Landwirtschaft, Krieg und Wetter, wie auch Baal. Jezebel war die Tochter eines Königs, dessen Volk Baal anbetete. Die indigene Kultur brauchte zwei Geistwesen, Götter. Jahwe sorgte dafür, dass das Wetter gut wurde für das Wachstum der Ackerkulturen, Jahre wehrte Stürme und kriegerische Feinde ab, damit die Ernte gut und nicht geplündert wurde. Baal baten die indigenen Israeliten, die Feinde zu beschwichtigen, wie auch die Stürme, dass sie woanders wüteten, oder zu lauen Winden wurden. Mit der Sesshaftigkeit wählten sie Jahwe als ihren einzigen Gott. Jahwe aber verlangte, dass der Bauer über Generationen auf dem Land blieb. Das war noch so bis in die Neuzeit. Wo Handwerker eine Lehre machten, dann auf Wanderschaft gingen, um Erfahrungen in anderen Handwerksbetrieben zu machen, musste der zukünftige Bauer von Kindesbeinen an lernen, von den Eltern, die aber auch das Erfahrungswissen der Vorfahren ihm vermittelten.
Der Landwirt war untrennbar mit dem Boden verbunden
In der Zeit des Übergangs vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit, war es eine Aufgabe von vielen Generationen, damit karges, trockenes Land zum fruchtbaren Boden für Kulturpflanzen wurde. Die Bindung des Bauern an den Boden war aber auch die Rechtfertigung der Sklaverei. Denn, hätte Nabot seinen Weinberg verkauft, oder wäre auf den Tausch gegen einen anderen Weinberg eingegangen, wäre er nach dem Glaube der israelitischen indigenen Stammeskultur zum Sklaven des Ahabs geworden. In der indigenen Perspective war der Boden von Jahwe gegeben worden dem ersten Vorfahren, der es urbar gemacht hat und seinen Nachkommen. Der Landwirt war untrennbar mit dem Boden verbunden.
Mit dem im Buch Deuteronomium, dem fünften Buch der Tora und dem Alten Testament, den zehn Geboten, ging Jahwe einen Vertrag mit der Gemeinschaft der Israeliten ein (covent law), die ihm als einziger Gott, soziale Gerechtigkeit, Schutz und Sorge für die Schwachen auferlegte. Alle 50 Jahre, im Heiligen Jahr, das die katholische Kirche 2025 beging, mussten die Schulden erlassen, der Grund und Boden zurück gegeben werden.
Jezebel war die Tochter eines Königs, in dessen Land der Kult des Baal praktiziert wurde, sodass sie glaubte, dass ihr Handeln erlaubt war. Heute bezeichnet man Menschen wie Jezabel als bösartig oder manipulative Narzissten, Menschen ohne Gewissen und Empathie. Jezebel stachelt mit ihrem falschen Schreiben, dem Auftrag an den Ältesten Rat, zwei Falschbeschuldiger zu suchen, eine Verschwörung an. Machtmissbrauch, wie sie Ahab und Jezebel ausüben, Wirtschaftskriminalität (white collar crime) wie Kartellbildung und Marktmachtmissbrauch, führen zu weitreichendem Schaden, der nicht bei den Verursachern selbst entsteht, von dem sie aber die Ursache sind. Enforcement, wie die Strafverfolgung von solchen Verschwörungssystemen mit der Beteiligung von transnationaler organisierter Kriminalität heisst, geht dahin, dass sie zerschlagen werden und die Erbauer solcher Schemes von Geldwäsche, Betrug und Finanzierung von Terrorismus gesucht, angeklagt und verurteilt werden. Präsident Donald Trump hat eine Taskforce dafür gegründet, der er selbst vorsitzt. Enforcement funktioniert über Zusammenarbeit der Staatsgewalten auf den verschiedenen Ebenen von local bis national und international, von Polizei und Staatsanwaltschaften, zusammen mit Rechtsanwälten und vielen anderen.
Art of Compliance dagegen geht darum, dass man sich in seinem wirtschaftlichen Handeln an die Regeln hält, lernt, auf was es ankommt und so einen Schutz hat, in eine solche Situation zu kommen, dass man Opfer wird von einem System, das man früher Untergangsspekulantentum genannt hat, bevor der Mensch zum Raubtier wird. Die Risiko basierte Sicht von Geldwäsche, Finanzierung von Terrorismus und Betrug, bedingt, dass das Verhalten geändert wird, ein besseres System aufgebaut wird und Experten die Ursachen und Zusammenhänge aufklären.
Irrationales Verhalten
Im Schweizer Skiort Crans Montana verbrannten 41 Menschen an einer Sylvesterfeier in einer Bar. Mehr als 110 erlitten unbeschreibliche Verletzungen, die sie für den Rest ihres Lebens zeichnen werden, wegen einer leicht entzündbaren Schallschutzdecke und versperrten Ausgängen in einer Bar. Wie schon angedeutet, gibt es neben Strafrecht und Psychologie auch einen Ansatz der Erklärung aus der Hirn- und Verhaltensforschung aus der auch Massnahmen für die Prävention abgeleitet werden könnten, wie solches in Zukunft zu verhindern. Flash-over Feuersbrunsten, bei denen leicht brennbare Materialien der Inneneinrichtung durch Feuerwerke angezündet wurden, gab es in der Vergangenheit mehrere, etwa in einem Nachtclub im US-amerikanischen Staat Rhode Island 2003. Es starben dabei 100 Menschen. Brandverletzungen erlitten 200. 2004 gab es in Buenos Aires, Argentinien, 194 Tote, 2025 in Nord Makedonien 2025 63 Tote. Seit 2003 waren es vergleichbare 38 Fälle, die vergleichbar waren mit 1300 Toten, hauptsächlich in Asien, aber auch in Russland, Spanien und Rumänien. Das lässt sich durch vernachlässigte Brandschutzkontrollen, wie zuerst von den Medien verbreitet, nicht erklären. Die Ermittlungen dauern an, weshalb ich dazu nicht weiter schreibe, aber es dürfte mit einem Todeskult zu tun haben, der auf gesellschaftliche Veränderungen zurück zu führen ist und auf die beschriebenen Mechanismen im Gehirn, die angelegt sind im Menschen und unter bestimmten Bedingungen zum Ausbruch kommen, möglicherweise sogar ohne gezielten Anstoss, alleine aus der Transformation heraus. Feueropfer als Todeskult kommt aus dem Iran.
Der Schrei und Zitate von Edvard Munch
Edward Munch war zeitlebens von Ängsten und psychischen Problemen geprägt, der fürchtete an einer psychischen Krankheit zu erkranken, wie seine Schwester schon in der Kindheit und auch sein Vater, der sich über Wasser hielt durch einen fundamentalen christlichen Glaube, dem Pietismus. Munch sagte dazu:
"Ich lernte früh über das Elend und die Gefahren des Lebens und über das Leben nach dem Tod, über die Strafe, die die Kinder der Sünde in der Hölle erwartet."
Von 1889 bis 1898 lebte und malte Munch abwechselnd in Paris und Berlin, wo er sich als Fremder fühlte und unter Einsamkeit litt. Wie viele Künstler, wechselte seine wirtschaftliche Lebenssituation und künstlerische Anerkennung, mal wurden seine Werke in Ausstellungen hoch gejubelt, dann erhielt er wieder vernichtende Kritiken und Ausstellungen wurden abgesagt.
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| Der Schrei (1893) von Edvard Munch in der Nationalgalerie Oslo, Öl, Tempera und Pastel Technik |
Munch hatte Selbstzweifel und Todessehnsucht, die er aber auch nutzte für seine Kunst, um Fähigkeiten zu erarbeiten, die ihm halfen, innere Gefühlszustände darstellen, auszudrücken, selbst zu verarbeiten und auch anderen zugänglich machen, etwa den Betrachtern seiner Gemälde. Der Schrei von Edvard Munch ist eines der am häufigsten reproduzierten Kunstwerken, um sich als Bild oder Poster in die Wohnung zu hängen.
"Seit ich denken kann, leide ich unter einem tiefen Angstgefühl, das ich in meiner Kunst auszudrücken versuche. Ohne angst und Krankheit wäre ich wie ein Schiff ohne Ruder gewesen."
Die Bilder von Munch sind farbenfroh und die Art, wie er die inneren Seelenzustände ausdrückt, vermitteln nicht Angst, finde ich, sondern die Art, damit umzugehen, sie zu überwinden.
"In meiner Kunst habe ich versucht, mir das Leben und seine Bedeutung zu erklären. Ich habe auch versucht, anderen zu helfen, ihr Leben zu klären."
Er sagte zum Bild Der Schrei, dass er in Kristiania, wie Oslo damals hiess, mit Freunden einen Abendspaziergang gemacht habe. Er sei dann stehen geblieben, wegen dem Sonnenuntergang und die Freunde seien weiter gelaufen. Man sieht sie am linken Rand, wie sie langsam weiter geschlendert sind, vielleicht auch stehen geblieben sind, um den prächtigen Sonnenuntergang anzuschauen. Da habe der Maler einen Schrei gehört, vielleicht sogar von einer Möwe, dass er ihn dann immer wieder malte, um das Erlebnis, das er hatte, zu wiederholen.
"Die Natur ist nicht nur das, was für das Auge sichtbar ist ... sie umfasst auch die inneren Bilder der Seele"
Wie Gabriele Münter (1877-1962), meine Lieblingsmalerin, sagte, als sie zusammen mit dem russischen Maler Alexji von Jawlensky (1864-1941) in Murnau an der Staffelei stand an einem der Tage mit dem typischen Fönhimmel mit klaren Farben und an dem Gemälde Der blaue Berg arbeitete, das ihr war, wie wenn sie ein Vöglein singen hörte. Das Gemälde gilt als verschollen. Sie hat es wohl selbst verloren oder weggegeben, weil sie noch einmal eines gemacht hat, von dem sie aber sagte, dass es nicht dasselbe sei.
Edvard Munch hat auch sehr viele Druckgrafik gemacht, mit innovativen Techniken.
Hier ist der Link zur Nacharbeitung eines "Puzzle"-Holzschnitts von Edvard Munch durch das Harvard Museum:
Vorführung eines "Jigsaw"-Holzschnitts von Edvard Munch


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