Die zerlumpte Gesellschaft
Ende 2025 - 80 Jahre Befreiung KZ Buchenwald und Ende II. Weltkrieg - 100 Jahre Hyperinflation - Sicherheitsrisiko der gesellschaftlichen Veränderung heute
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| Gelli© Print Raubmenschen Der Monodruck zur Illustration von 2023 ist inspiriert vom gleichnamigen expressionistischen Roman von Max Dauthendey (1867-1918), dem Gemälde Die Erschiessung von Kaiser Maximilian von Mexiko von Eduard Manet (1832-1883), einem Pressefoto zu einem Schweizer Tierschutzfall und der Erinnerung an das Jahr 1923 mit Hyperinflation und den Wirtschaftskrisen davor und danach. |
Manches wiederholt sich in der Geschichte: Wirtschaftliche und soziale Ausgrenzung, Entrechtung, Entmenschlichung, Sündenbock-Denken, auch in der perfekt demokratischen Gesellschaft. Zwangsverschuldung ist weltweit die häufigste Form der Sklaverei und Geldwäsche Wirtschaftskriminalität. Anlass für die Überarbeitung des Blogposts Raubmenschen im April 2025 waren 80 Jahre Befreiung des KZ Buchenwalds am 11. April 1945 und die gewalttätige Besetzung des Kuhstalls des Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands, damals Kandidat für das Amt des Landwirtschaftsministers der neuen Regierung Deutschlands. Der Vorfall für den ursprünglich am 15.6.2023 veröffentlichten Post ereignete sich im Sommer 2023. Ich aktualisiere noch einmal aus der Perspektive der hybriden Bedrohung und der Sicherheit heute.
Den Gelprint Raubmenschen habe ich ursprünglich im Frühjahr 2023 hergestellt als Illustration für einen Text zur Aufklärung über die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die zum Aufkommen des Nationalsozialismus, Holocaust und Zweiten Weltkrieg führten, bevor ich unterbrochen wurde. Anlass war 100 Jahre nach dem wohl dunkelsten Kapitel der deutschen Wirtschaftsgeschichte, das Jahr 2023 mit Hyperinflation. Das Jahr 2025, indem sich das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Befreiung vom Nationalsozialismus und Totalitarismus, der Beginn der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse der alliierten Militärjustiz zum 80. Mal jährte, läuft aus, ohne nennenswerte Aufarbeitung. Deshalb stelle ich zur Einführung der nun nochmals überarbeiteten Fassung kurz das ursprüngliche Thema der Wirtschaftsgeschichte, die zu Antisemitismus, Shoah und Zweitem Weltkrieg geführt hat an den Anfang. Dies auch, weil ich nun die Perspektive gewechselt habe zur risiko-basierten Betrachtungsweise, wie sie die Chefin der neuen Europäischen Behörde für die Bekämpfung von Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus AMLA (Authority for Anti-Moneylaundering and Countering the Financing of Terrorism) Anfang Dezember 2025 gegenüber EU Parlamentarier:innen erklärt hat.
Lernen aus der Wirtschaftsgeschichte: Wie konnte es damals dazu kommen?
Es muss betont werden, dass die Ausgangslage in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine vollkommen andere war, die dann zur Shoah mit 6 Millionen Toten und mehr als 60 Millionen Kriegstoten geführt hat. Den Menschen in dieser Zeit ging es unvorstellbar schlecht. Die in Demokratie unerfahrene Regierung der Weimarer Republik kannte nicht wie heute Politikinstrumente, um einzulenken.
- Der Erste Weltkrieg und seine Folgen. Er war der erste modernen Krieg, der für den Nachschub moderner Waffen erstmals in der Geschichte Kriegswirtschaft erforderte, also den Umbau der gesamten Wirtschaft für die Waffenproduktion und moderne Logistik, finanziert durch Schulden. Darauf waren die Kriegsteilnehmer nicht vorbereitet gewesen. Dazu kam eine von unvorstellbarem Leid des modernen Kriegs erschöpfte, traumatisierte Bevölkerung mit vielen auch vom Giftgas versehrten und traumatisierten Soldaten. Man sprach von einer verlorenen Generation. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs kamen zudem keine von Übersee importierten Nahrungsmittel mehr auf das kontinentale Europa wegen der Britischen Seeblockade, mit der das Deutsche Kaiserreich zur Kapitulation gezwungen werden sollte. Frauen und Kinder starben den Hungertod, auch in Frankreich. In der neutralen Schweiz war die Versorgungslage ebenfalls sehr prekär. Es kam 1918 deswegen zum Generalstreik.
- Versailler Friedensvertrag. Durch veränderte Grenzen verlor Deutschland 1920 mehr als 20 Prozent der Industrieproduktion, weil die Regionen in denen die Fabriken standen, in anderen Nationalstaaten waren, in Polen etwa.
- Spaltung der Arbeiterbewegung nach dem Ersten Weltkrieg zwischen deren verschiedenen Gruppierungen. Insbesondere die Kommunisten hatten Schlägertrupps und solche, die die unsichere politische und wirtschaftliche Lage nutzten für Randale und Gewalt.
- Totalitäre Wirtschaft, die aus den USA nach Deutschland kam, im Zusammenhang mit kurzfristigen Krediten von dort, in Deutschland erst nach dem Ersten Weltkrieg. Den Krieg selbst hatte Deutschland vor allem mit Kriegsanleihen und deutschen Kreditgebern finanziert. Der Versailler Vertrag verpflichtete Deutschland zu hohen Reparationszahlungen. Vor dem Ersten Weltkrieg waren die USA selbst Nettoschuldnerin, danach grösster Gläubiger weltweit, meist mit kurzfristigen Krediten, die die Kreditgeber ab dem Börsencrash 1929 zurück forderten.
Dazu spielten die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Unerfahrenheit mit der Demokratie eine Rolle, das Unvermögen der Regierenden in der Weimarer Republik, auf die Krisen richtig zu reagieren, sondern sie regierten mit Notstandsgesetzen und druckten Geld, was zur Hyperinflation 1923 führte. Gespalten waren auch diejenigen, die sich auf die Freiheitsbewegungen im 18./19. Jahrhundert beriefen: Rechtsextreme Freikorps und Bürgerwehren der demokratischen Mitte. (Schweiz: Ortswehr). Die bürgerliche Moral spielte eine Rolle für das Aufkommen der Nationalsozialisten und den Holocaust, sagte Hildegard Hamm-Brücher (1921-2016) in der Sendung im deutschen Fernsehen der 1970er und 1980er Jahre, in der Prominente jeweils 10 Minuten über ein selbstgewähltes Kunstwerk sprachen.
Kunst gegen Krieg und bürgerliche Moral
Hamm-Brücher wählte ein Bild des spanischen Malers Francisco Goya (1756-1828), das apokalyptische Reiter darstellte. Es war ein sehr bewegtes Bild. Pferde mit wehenden Mähnen galoppierten auf den Betrachter zu. Hamm-Brücher erzählte davon, wie ihre jüdische Grossmutter sich in der Zeit des Nationalsozialismus das Leben nahm, um der Deportation zu entgehen und die Enkelkinder zu schützen. Hamm-Brücher und ihren Bruder lebten als Waisen bei der Grossmutter aus einer jüdischen Industriellenfamilie. Ihre Eltern waren bei einem Unfall ums Leben gekommen. Hamm-Brücher sagte damals Ende 1970er Jahren, dass es die bürgerlichen Werte der Gesellschaft gewesen seien, die aus ihrer Sicht Nationalsozialismus und Holocaust ermöglicht hatten. Goya gilt als einer der ersten Maler der Moderne, insbesondere wegen seinen realistischen Darstellungen des Krieges und der Gräueltaten der Soldaten von Napoleon I beim Feldzug gegen Spanien 1807-1814 und während der Besatzung. Goya erstellte viele Zeichnungen, Grafiken und Gemälde, die das Leid und Elend der zivilen Bevölkerung darstellten im Krieg zu seiner Zeit. Seit Februar 2022 haben auch wir in Europa wieder Krieg, mit Folgen auch in Ländern, in denen keine militärischen Kampfhandlungen stattfinden, wie Deutschland und der Schweiz.
Gemälde und Grafiken, die das Grauen des Krieges, seine Sinnlosigkeit und die politischen Intrigen, die zu Kriegen führten darstellten, waren in der Zeit von Goya verboten. Noch in meiner Kindheit und Jugend unterlagen Bilder der Kampfhandlungen im Vietnamkrieg der Zensur. Heute flimmern tagtäglich die Bilder von Krieg und Verbrechen auf digitalen Geräten, real und mit digitalen Methoden wie sogenannter künstliche Intelligenz (KI) verfremdet und synthetisch hergestellt, selbst bei ganz jungen Leuten, aber auch bei Rentnern mit Fernsehapparat. Jedermann kann dazu Kommentare abgeben, ob wahr oder nicht und manche verlieren den Bezug zur Realität und begehen die gesehenen Taten selbst, oder stiften andere dazu an. Solche gesellschaftlichen Veränderung öffnen die Türe für Kriegs- und Waffenspekulation, Sabotage, Propaganda und Aktivitäten von ausländischen Geheimdiensten, eine sogenannte hybride Bedrohung, die die Sicherheit auch bei uns gefährdet.
Wegwerf-Agenten und hybride Akteure
Als ich vor weniger als einem Jahr diesen Blogpost schon einmal aktualisiert habe, war mir nicht bewusst, dass praktisch dieselbe gesellschaftliche Veränderung wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sich etabliert hat: Raub, Mord, Genozid, diesmal aus der Datenbank und dem Internet. Gewöhnliche Menschen, spionieren auf Zuruf Unschuldige aus, wie man es kannte im Nationalsozialismus und in Diktaturen wie der DDR. Informellen Mitarbeiter:innen der Stasi bespitzelten in Familie, im Bekanntenkreis, belauschten die Leute, die ihnen Vertrauen geschenkt haben, bis ins Schlafzimmer hinein und leiteten noch ohne Smartphone und Internet ihre Berichte weiter an den Geheimdienst und die politischen Machthaber der DDR. Ein Beispiel aus der radikalisierten linken Szene der 1970er Jahre war die RAF-Terroristin Susanne Albrecht, die als Bekannte der Familie 1977 vom Mordopfer Jürgen Ponto, Vorstand der Dresdner Bank, zur Türe herein gelassen wurde, zusammen mit anderen RAF (Rote Armee Fraktion) Mitgliedern, die Ponto erschossen haben. Zu Susanne Albrecht liegen Aussagen vor, dass sie extra angeworben wurde von der RAF, wegen ihren familiären Verbindungen zur Familie Ponto und einer Hirnwäsche unterzogen. Albrecht lebte bis zu ihrer Verhaftung 1990 in der DDR, was sie aus der Perspektive der hybriden Bedrohung zur Wegwerf-Agentin machen würde.
Wegwerf-Agenten: Amateure im Dienst ausländischer Geheimdienste
Laut dem deutschen Bundesnachrichtendienst BND und Verfassungsschutz sind Wegwerf-Agenten indirekt angeworben von kriminellen Organisationen und ausländischen Geheimdiensten, vor allem aus Russland, die von der dortigen Regierung zumindest toleriert werden sollen. Für die ausländischen Geheimdienste sind sie erstens billig und zweitens entbehrlich. Wenn sie auffliegen, werden die Straftaten, die sie begangen haben ihnen angelastet und nicht den Kriminellen oder den ausländischen Staaten, die oft auch selbst nicht wissen, was ihre Geheimdienste alles so treiben.
"Sabotage-, Spionage- und Propaganda-Aktionen ausländischer Nachrichtendienste untergraben gezielt die Stabilität freier Gesellschaften. Sie sind ein Angriff auf unsere Demokratie mit den Mitteln der Irreführung, Einschüchterung und Zersetzung."
Von der Internetseite des deutschen Bundesnachrichtendienst BND
Die Präsidenten des deutschen Bundeskriminalamts BKA und des BND sprechen von einer ernsten sicherheitspolitischen Herausforderung, die klar benannt und gemeinsam bekämpft werden muss. Die Präsidentin des deutschen militärischen Abschirmdienstes fordert dazu auf, dass sich Angeworbene und Angegriffene Hilfe holen sollen. BND und BKA geben an, dass Wegwerf-Agenten, die auch Low-Level-Agenten genannt werden, meist jung sind, manche sogar noch minderjährig und ein hohes Geltungsbedürfnis zur Schau stellen, besonders in den sozialen Medien. Den Wegwerf-Agenten geht es meist um die finanziellen Anreize, die ihnen von den Anwerbern angeboten werden, was aber auch Schulden sein können.
Schweigepflicht und Tabu
Solche Menschen sind dazu getrieben von Ideologien und nach meiner Erfahrung einer grundlegenden kriminellen Neigung in Teilen der Gesellschaft, die befeuert wird durch die von Hildegard Hamm-Brücher beschriebene Kehrseite der bürgerlichen Moral: Man spricht nicht darüber, was sich im Bodensatz der Gesellschaft so alles ereignet, etwa sexueller Missbrauch, Todesfälle und vorgebliche Suizide, die nicht richtig aufgeklärt werden, ähnlich der Schweigepflicht Omerta der italienischen Mafia. Der Psychiater Raphael Bonelli spricht von Tabus und zwar neuartigen.
Auch die staatliche Gewalt in Gestalt von Geheimdiensten, Polizei und Militär kennt naturgemäss die Geheimhaltungspflicht, wie auch im Rechtssystem Verschwiegenheitspflicht vereinbart werden kann, etwa hinsichtlich wettbewerbsrelevante Kenntnisse, die ein Mitarbeiter hat, dass er sie nicht bei einer neuen Stelle bei der Konkurrenz ausplaudert. Schweigepflicht gibt es auch im Rechtssystem, etwa bei aussergerichtlichen Vereinbarungen für Schadensersatz oder Wiedergutmachung bei skandalträchtigen und Image schädigendem Fehlverhalten. Nicht zuletzt fällt unter solche Schweigepflicht auch das Bankgeheimnis im Schweizer Bankgesetz. Das weiterführende Thema hierbei ist, was muss transparent dargestellt werden und wo ist bei der Veröffentlichung zumindest Vorsicht geboten.
Bei Spionage besteht ein Graubereich, aber jemand wie ich, die ein Hochschulstudium der Agrarwissenschaften absolviert hat, Lokaljournalistin war und Landwirtin, wie enorm viele andere, hat normalerweise keine Geheimdienste in der Wohnung und es werden keine verdeckte und sogar offizielle Todesurteile gefällt in einem Land, in dem diese verboten sind und dann noch ohne Grund. Auch werden so jemandem nicht Fahrzeuge auf brutale Art gestohlen samt Papieren und Führerschein, die normal zugelassen, versichert und geprüft sind, nach vierzig Jahren unfallfreiem Fahren, wie das inzwischen passiert ist. Mehr als zwei Jahre vorher, an einem Tag im Juni 2023 sitze ich an meinem Tisch und schreibe über die Wirtschaftsgeschichte, die zum Holocaust führte.
"Unfreiwillige investigative Recherche": Das Zerlumpungsmob
Während ich also über Wirtschaftsgeschichte schreibe, wie es zum Grauen der Shoah hat kommen können, mit 6 Millionen Toten durch bürokratisch-industriellen Massenmord, 60 Millionen Kriegstoten, zerbombten Städten im Frühsommer 2023, blicke ich von meinem Computer auf, zum Fenster hinaus. Ich sehe gerade noch durch das Tor der Buchenhecke vor meinem Garten ein Auto rückwärts sehr schnell vorbei fahren. Ich renne, um beide Haustüren abzuschliessen, denn der Mann in dunkler Kleidung, der da stand vor dem Gartentor wirkte bedrohlich.
"Hallo, hallo!", ruft er.
"Wer sind Sie, was wollen Sie?", ruf ich zurück durchs Fenster.
Ich sehe ihn undeutlich neben dem Bauwagen mit Käserei stehen. Über Jahre hatte ich Geld gespart dafür, bis ich sie eingerichtet hatte. Käsen hat mich fasziniert seit meinem ersten Alpsommer auf einer professionellen Alp mit 80 Milchkühen in der Schweiz als Studentin 1985. Meine persönlich eingerichtete Käserei im Bauwagen war immer ein Ruhepol gewesen. Käsen ist eine beschauliche Angelegenheit mit vielen Pausen.
Der Mann steht so, dass ich ihn nur undeutlich sehe, wenn ich zum Fenster hinaus schaue und brüllt:
"Kommen Sie raus! Ich muss mit Ihnen reden!"
Es hat lange gebraucht, bis ich verstanden habe, dass es nicht einfach respektlose, toxische Menschen sind, die einen solchen Umgang pflegen mit mir, sondern, dass es Antisemitismus ist, bei dem das Opfer zuerst entwertet werden muss, um ihm später noch Schlimmeres anzutun. Ich frage noch zweimal wer der Mann sei und was er wolle. Er nennt den Namen eines Kantonspolizisten, der er nicht ist. Ich habe den Ausweis des richtigen Mannes gesehen. Inzwischen hat sich der Mann geändert. Das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe, stand er in Polizeiuniform und mit gelber Schutzweste vor dem Hof des Kantonsspitals St. Gallen und bewachte ältere Patienten, damit sie mit Halskrause, Infusionsflasche und Gehhilfe dort spazieren gehen konnten. Ich hoffe er versteht es, dass ich die Episode trotzdem hier beschreibe. Der forensische Psychiater Frank Urbaniok wies darauf hin, dass im Gegensatz zu früher, heute Intensivstationen in den Spitälern bewacht werden müssen von Sicherheitspersonal.
Es war das erste Mal an diesem Tag im Juni 2023, dass ich mich von Anfang an richtig bedroht fühlte als Frau, die alleine auf einem Bauernhof lebt.
Ich sehe, wie der Mann am Gartentor telefoniert und ahne, dass er Verstärkung holen will. Ich rufe meinen Freund an, dass er kommen solle. Ich mache das Fenster noch einmal auf und fordere den Mann auf, zu gehen. Ich überlege kurz, ob ich in den oberen Stock soll, damit drei verschlossene Türen zwischen mir und dem Mob in meinem Garten sind, das bald danach eintreffen würde. Ich hätte dann aber keinen Fluchtweg. Zwei Jahre später besuche ich Bekannte, die auf dem Land leben und sehe mit Genugtuung, dass sie eine professionelle Alarmanlage haben an ihrer Haustüre. Ich habe mich zwar relativ früh beschäftigt damit über Smarthome und Mobiltelefon steuerbare Kameras und Alarme einzurichten, wurde aber dann überrollt von den Angriffen und hatte keine Zeit mehr dafür. Es ist extrem schwierig, sich mit der geänderten Situation abzufinden, wenn man vorher über Jahre ohne Bedenken in den Garten hinaus ging, in den Stall und auf die Wiesen und Weiden. Solche Argumente, an das zu appellieren, was normal ist, dass man eine unbescholtene Person ist, nützen nichts, weil es sich um eine professionelle Kriegsführung in einem Erpressersystem handelt, die im Hirn ansetzt. Ich verstehe nun warum meine Verwandten, die den Krieg und die Verfolgung überlebt hatten, mit denen ich aufwuchs, von der schlechten Zeit sprachen.
Polizisten weisen nicht in die Psychiatrie ein
Mein Freund ist noch nicht angekommen, während der Mann am Gartentor für Verstärkung telefoniert. Also rufe ich den europäischen Notruf an. Inzwischen war ein Polizeiauto vorgefahren. Ich spreche ins Telefon:
"Ich werde bedroht, aber es sind Polizisten."
Eine Männerstimme antwortet: "Wir müssen sie zur Abklärung bringen, damit Sie eine psychiatrische Behandlung bekommen. Sie haben eine Notfall-Nummer angerufen!" Diese müsse frei gehalten werden für echte Notfälle.
Der Unfallmelder in meinem Auto ist mit derselben Handy-Nummer mit der europäischen Notfall-Nummer verbunden, die ich angerufen hatte. Fahre ich also in der Nacht gegen einen Baum, weil etwa ein Reh mir in den Weg gesprungen ist, kommt psychiatrische Abklärung? Oder falls ich noch lebe, haut man mir etwas auf den Kopf, damit ich tot bin und man mir dann all die Falschbeschuldigungen, die gefälschten Dokumente in meinem Haus, die Querulantin, die ich sein solle, anhängen kann. Ab 2018 habe ich es zu tun mit Menschen, die mich nur aus Datenbanken kennen und von ihren eigenen Vorurteilen und Narrativen. Beunruhigend war auch, dass nach Gesetz eine Person nur gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingeliefert werden kann, auch für eine Abklärung, wenn der zuständige Amtsarzt eine aufwendige Untersuchung macht und die Person wegen ihrer psychiatrischen Diagnose eine Gefahr für sich und andere ist. Wird jemand ohne psychiatrische Diagnose dennoch in einer Klinik betreut, handelt es sich um einen Behandlungsfehler, der die Klinik teuer zu stehen kommt. Es war beunruhigend, aber richtig Ernst habe ich es noch nicht genommen. Drei Jahre vorher hatte ich meine Schafe von einem Tag auf den anderen, nach 20 Jahren Zuchtarbeit und als sogenannte kleine Existenz mit viel Selbstversorgung, Arbeit als Lokal- und Agrarjournalistin, geringen Ansprüchen an die Lebenshaltung ein beschauliches Leben geführt. Die Mehrzahl der Angreifer ab 2021 kannten mich nur aus Datenbanken, die Diebe und Erpresser für mein Auto kannten nicht einmal meinen Namen.
Ausgrenzung und Erniedrigung
Der Polizist am Gartentor, stadtbekannt dafür, dass er mit Uniform grössere Bierpakete zur Supermarktkasse schiebt, traut sich wohl nur mit Verstärkung durch das Tor. Wahrscheinlich fürchtete er sich vor dem bellenden Hund.
"Hier kommt der Amtsweg. Sie ist Betreibungsbeamtin."
Ich hatte ihm gesagt, dass er den Amtsweg gehen müsse, wenn er eine Auskunft bräuchte über meine finanziellen Verhältnisse, über die er mich ausgefragt hat. Ich rief zum Fenster hinaus:
"Ich arbeite an einer komplizierten Arbeit und darf nicht gestört werden." Ausserdem sei ich Landwirtin, die auch draussen arbeiten müsse.
"Sie sehen doch die Setzlinge. Sie sind schon sehr gross und müssen ausgepflanzt werden. Das Wetter ist gut."
Aus Datenbanken heraus gepickt
Die Frau vom Betreibungsamt, die zwischen dem falschen und dem echten Polizisten stand, fragte mich, ob ich einen Lohnausweis hätte, ob ich Miete bezahlte. Ich war also wahllos ausgewählt worden für diesen Besuch. Mein Urhirn übernimmt. Ich schreie hinaus:
"Ich bin eine ganz normale Person!" Lasst mich in Ruhe."
Als ich das nächste Mal hinaus sah, stand mein Freund da. Die Drei vom Zerlumpungsmob lungerten vor der Scheune herum, als er kam. Der Polizist, der den falschen Namen gegeben hatte, fragte:
"Wohnen Sie hier?"
"Nein, aber das geht sie nichts an!"
Der falsche Polizist sagte, es ginge ihn sehr wohl etwas an, wer in seinem Revier herum streune. Dann zogen sie ab, dass ich dachte, die Sache erledigt sei erledigt. Weit gefehlt. Es folgten fast drei Jahre ständiger Verfolgung, offene Morddrohungen und -versuche, Sachbeschädigungen, Vandalismus, Diebstähle, Erpressungen, Abräumung von Bankkonten und mehr, während ich weiter gearbeitet habe und mitgewirkt an der Behebung der Zustände, mich als Lockspitzel betätigt. Ich lasse hier noch zwei Zitate aus der Schweizer Verfassung aus dem ursprünglichen Text stehen:
Art. 5 Schutz vor Willkür und Wahrung von Treu und Glaube
"Jede Person hat Anspruch darauf, von staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und Glaube behandelt zu werden."
Art. 35 Verwirklichung der Grundrechte Abs. 2
"Wer staatliche Aufgaben wahrnimmt, ist an die Grundrechte gebunden und verpflichtet, zu ihrer Verwirklichung beizutragen."
Der amerikanische Psychologe David Hawkins empfiehlt, dass man sich nicht auf die falschen Narrative einlassen soll, sie verinnerlichen, sondern in der Realität bleiben und ruhig bleiben, und die amerikanische Politikerin und Autorin Stacy Abrams sagt:
"Wenn du abgelehnt wurdest, bedeutet dies nicht, dass du die Arbeit nicht machen musst. Zu arbeiten, um die Demokratie zu schützen ist die Aufgabe von allen."
Spätestens seit dem 3. Oktober 2023 in Israel weiss man, dass so etwas passiert, auch heute in der modernen Gesellschaft, archaische Mordsucht, die man in vergangenen Zeiten verortet, oder an anderen Orten der Welt wie in der reichen Schweiz. Die Gaffer auf der Mauer im Gemälde des französischen Malers Eduard Manet mit ihren Grimassen sind genauso wie heute in Bankzimmern und vor meinem Fenster. Ihnen wurde weis gemacht, dass sie dem Todeskandidaten ihre eigenen Schulden mit ins Grab geben können.
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| Die Erschiessung Kaiser Maximilians von Mexiko von Eduard Manet (1882-1883) signiert vom Maler mit dem Datum der Erschiessung 1867, gemalt 1882/83, heute in der Kunsthalle Mannheim |
Die archaische Zwangsverschuldung, soziale Ausgrenzung, das Treiben in Selbstmord und Krankheit, das Ermorden, um anderer Leute Schulden einem mit ins Grab zu geben, die im Volksmund genannte Zerlumpung, um die es hier geht, ist eine gesellschaftliche Veränderung, in der Hass, Neid und Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen überhand nehmen.
"Man will die Situation, in der man unter Umständen jemanden töten muss, beenden. Deshalb tötet man ihn . . . Du vermeidest Augenkontakt und guckst dir die Hände an . . . dauert 20 Sekunden, nicht länger."
Aus dem Roman Striker (2025) von Helene Hegemann
Raubmenschen in der Kunst und der Literatur
In meiner Kindheit und Jugend war ich fasziniert von Mexiko, seinen Sagen, der Kultur. Mit Zwanzig, nach Spanischkursen, Abitur und Jobs, um die Reise zu finanzieren, war ich dann dort. Bevor ich abreiste, las ich die Originalausgabe des Romans Raubmenschen von Max Dauthenday (1867-1918). Die wilden Zeiten des Raubtierkapitalismus mit Geschichten von Gangstern und Spekulanten, faszinierten mich in meiner Jugend und später. Nie hätte ich gedacht, dass das einmal die Realität werden könnte.
Mexiko war mehrere Jahrzehnte nach seiner Unabhängigkeit von Spanien 1821 ein Land, das man heute als failed state bezeichnen würde, offiziell eine Republik, aber regiert von wechselnden Regierungen von verfeindeten Liberalen und Konservativen, deren Oberhäupter sich selbst und ihre Verwandten und Unterstützer bereicherten, weite Landesteile, darunter Kalifornien und Texas den USA überliessen, teilweise verkauft zu Spottpreisen, weil sie mit ihrem Staatshaushalt nicht klar kamen und deswegen sich verschuldeten. Sowohl der Roman, wie auch das Bild von Eduard Manet geben die anarchischen Zustände dieser Zeit der Gesetzlosigkeit wider, auch nach der Erschiessung von Maximilian. Er war ein Habsburger, seine Mutter Sophie eine bayerische Wittelsbacherin. Kaiser Maximilian von Mexiko steht für das unschuldige, naive Opfer von Intrigen und Ausnutzung getriebener Gauner aus Politik und Wirtschaft. Er hat aber demokratische politische Institutionen in Mexiko aufgebaut, sich geopfert für Mexiko und den Verlauf der Geschichte geändert, die den Vereinigten Staaten von Amerika, den USA den Weg zur Weltmacht ebnete.
Kunstgeschichte und der Kaiser von Mexiko
Der französische Maler Eduard Manet war Demokrat und von der Intrige des Napoleon III gegen Maximilian abgestossen. Er malte fünf Varianten des Bildes. Künstlerisch beeinflusst war Manet von den Kriegsbildern von Francisco Goya, insbesondere von dem Ölgemälde Dritter Mai 1808, das die Erschiessung von Aufständigen nach der Eroberung und Besetzung von Madrid durch Napoleon I darstellte. 100 Bürger, die sich gewehrt hatten gegen die französischen Soldaten, gegen deren Gräueltaten an der Zivilbevölkerung trieb die französische Besatzungsmacht zusammen am 3. Mai 1808, stellte sie gegen die Wand und erschossen sie. Auf dem Bild von Manet tragen die Soldaten französische Uniformen, nicht diejenigen der mexikanischen Armee, die das Todesurteil von Maximilian ausführte. Der Mann, der gelangweilt rechts im Bild, der an seinem Gewehr hantiert, soll das Aussehen von Napoleon III haben.
Im Sommer 1861 erklärten der liberale Präsident Benito Juarez (1806-1872) und das Parlament, dass die Zahlungen für die von den Vorgängerregierungen angehäuften Staatsschulden eingestellt würden. Die Kreditgeber Frankreich, Spanien und Grossbritannien beschlossen darauf, die Schulden, wie damals üblich, militärisch einzutreiben. Intrigant Napoleon III beabsichtigte aber Mexiko zu erobern, wonach die anderen beiden Länder sich wieder zurück zogen, aber auch verhandelten, was heute die Lösung ist. Heute haben zudem viele Staaten von sich aus Massnahmen ergriffen, dass es gar nicht so weit kommen kann, zum Beispiel haben sie eine Schuldenbremse in der Verfassung. Napoleon III hatte eine Intrige vor, als er Maximilian, den Bruder des Thronfolgers von Österreich Ungarn vorschlug als Kaiser von Mexiko. Dieser willigte dann doch ein.
Hybrider Krieg früher: Fremde Steuereintreiber und Schuldenwirtschaft
In allen Belangen wurde der liberale, gebildete Maximilian rein gelegt. Mit einer manipulierten Volksabstimmung machte man ihm vor, dass das mexikanische Volk seiner Ernennung als Kaiser zugestimmt hatte. Zwar bemühten sich Maximilian und seine Frau Charlotte, die Kultur und Geschichte des Landes, das sie regieren sollten und Spanisch zu lernen noch bevor sie abreisten. Es gab in Mexiko auch Mexikaner, die sie mochten. Im Roman Raubmenschen von Max Dauthenday ist die Mutter der weiblichen Hauptperson eine Verehrerin von Maximilian. Aber Napoleon III schickte eine Armee von Steuereintreibern übers Land, die die Bevölkerung terrorisierte für deren letzten Besitz, während ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den liberalen und konservativen mexikanischen Politikern tobte.
Napoleon III versprach weitere Kredite, damit Maximilian die von den Vorgängerregierungen geplünderte und unter sich und ihren Anhängern verteilte Staaatskasse sanieren konnte. Das Geld kam nie in Mexiko ankamen, sondern floss in die französische Staatskasse. Maximilian brachte privates Vermögen ein, Mittel seiner reichen Frau, Charlotte von Belgien. Nach dem Ende des US-amerikanischen Bürgerkriegs griffen die USA auf der Seite der legitimen Regierung von Juarez ein, denn ein Habsburger Kaiser widersprach der Monroe Doktrin. Obwohl sich viele einsetzten für eine Begnadigung, und Maximilian Juarez versucht hatte gleich am Anfang seiner Regentschaft Juarez als Ministerpräsident in seine Regierung einzubeziehen, wurde der glücklose Kaiser von Mexiko vor ein Kriegsgericht gestellt und hingerichtet. Auf dem Bild von Manet trägt Maximilian einen Sombrero, und er soll gelächelt haben vor die Schüsse seinen Leib zerfetzten. Er nahm es willig hin, Menschenopfer zu sein, damit Mexiko, die Franzosen, die Gaffer auf der Mauer ihre Schulden ihm ins Grab mitgeben konnte. Republikchef Juarez, der mit US-amerikanischen Waffen die konservativen Gegner im Bürgerkrieg geschlagen hatten, begründete das Todesurteil damit, dass unter Maximilians Regentschaft viele ermordet worden war. Charlotte war in Europa, wo sie an den Königshöfen vorsprach für mehr Geld für Mexiko. Nach dem gewaltsamen Tod ihres geliebten Gatten, bekam sie einen Nervenzusammenbruch im Alter von 28 Jahren, von dem sie sich nicht mehr erholte.
Roman "Raubmenschen" von Max Dauthendey
Literarisch in Vergessenheit geraten, ehren Internetseiten den Dichter Max Dauthendey als berühmten Mann seiner Heimatstadt Würzburg. Der Roman Raubmenschen von 1911 handelt von einer Mexiko-Reise des Geheimrats Rennewart, der die Hauptfigur weiterer Romane Dauthendeys ist. Unter verschiedenen Namen reist Rennewart als geheimer Diplopmat im Auftrag von Fürsten und Mächtigen in abenteuerliche Läner, offiziell als Forschender für geografische Gesellschaften, knüpft dabei aber Verbindungen zu anderen Regierungen, Politikern, Königshöfen. Die Reise nach Mexiko bringt ihn in schwärmerische Annäherung an drei Frauen, die alle Raubmenschen zum Opfer fallen. Rennewart ist von einer Art geistigem Heimweh geplagt, der Sehnsucht nach den Werten und dem Recht des alten Europa, in der das Leben noch berechenbar erscheint. Mit Werten meinte er diejenigen der in Deutschland blutig niedergeschlagenen bürgerlichen Revolution 1848. Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des Wandels mit Freiheitsbewegungen, Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, wie wir es jetzt auch haben. Im selben Jahr, also vor 175 Jahren, basierend auf denselben Werten wurde der moderne Schweizer Staat gegründet, nach einer Kolumne von Christoph Blocher in unserer Lokalzeitung, mit Hilfe der Engländer, wahrscheinlich, weil diese ein Land mit Neutralität und liberaler Demokratie in der Mitte von Europa haben wollten. In der Präambel der Schweizer Verfassung, steht noch heute:
". . . dass nur frei ist, wer seine Freiheit gebraucht, und die Stärke des Volkes sich misst am Wohle der Schwachen."
Dauthendeys Romanfigur Rennewart sehnt sich auch nach dem Rechtssystem im alten Kontinentaleuropa. Noch heute müssen international tätige Unternehmer, Arbeitnehmende, Banken und Finanzgesellschaften, die in mehreren Ländern ihre Firmen und Büros haben, sich mit unterschiedlichen Rechtssystemen herum schlagen. An einem Ort ist etwas verboten, das anders wo erlaubt ist oder nur mit Einschränkungen, trotz internationalen Abkommen und Vereinbarungen, die vereinheitlichen sollen. Investoren, Unternehmen und Banken, Finanzgesellschaften, die in verschiedenen Ländern tätig sind, müssen sich jeweils erkundigen, was in einem Land gilt, bevor sie dort aktiv werden. Im Footer dieses Blogs ist ein Link zu einer Seite der Weltbank, wo die unterschiedlichen Rechtssysteme verschiedener Länder für Investoren erklärt sind. Dabei geht es nicht um übertriebene Vorschriften und Einschränkungen, sondern das System von kaufmännischen Regeln für die Buchhaltung, Verträgen für Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen über Grenzen hinweg ist wie ein Uhrwerk. Ein Rädchen muss in das andere greifen, damit wie die Uhr die Zeit richtig anzeigt, das Wirtschaftssystem funktioniert. Solche Regeln sind über Jahrtausende entstanden und wurden immer wieder angepasst den Erfordernissen.
Die Sehnsucht des Rennewart gilt wohl dem absoluten Recht der griechischen Göttin Dike (siehe die Fabel Habicht und Nachtigall auf diesem Blog) und civil law, auch römisches Recht genannt, bei dem die Gesetze festgeschrieben sind und Rechtsprinzipien folgen, nicht wie im angelsächsischem common law, wo Richter und Gerichtsentscheidungen wesentlich mehr Gewicht haben. Sobald die Menschen sesshaft wurden, Landwirtschaft betrieben und miteinander Geschäfte tätigten, mussten sie Regeln finden für Eigentum, Zusammenleben, Handel und Wirtschaft. Die Transformation zur Sesshaftigkeit mit Erfindung der Landwirtschaft war dramatisch, ebenso wie die Zeit der Freiheitsbewegungen des 18. und 19. Jahrhunderts, wie auch jetzt, wo es um die Transformation von den fossilen zu den erneuerbaren Energien und damit zur nachhaltigen Wirtschaft geht.
Kunst und Literatur als Ausdruck von Zeitgeschehen und Aufarbeitung
Die Übermacht der Farbe Rot in meiner Illustration war keine Absicht. Ich habe mehrere Versuche mit der neuen Technik machen müssen, bis ich überhaupt ein Abbild meines Entwurfs bekam. Mehrmals blieb die Farbe auf der Gelplatte kleben und das Papier zerriss beim Druck. Auch beim abgebildeten Abzug blieben viele Details und Farbe kleben, sodass die zuletzt aufgebrachte Hintergrundfarbe Rot vorherrscht. Der Roman Raubmenschen schildert mit expressionistischen Stilmitteln in flammender Sprache einen Brand der Hochbahn beim Zwischenhalt auf der Hinreise nach Mexiko, sodass ich aus der mageren Ausbeute meiner ersten Versuche mit der neuen Technik, den rotstichigen Abzug wählte. Eigentlich arbeite ich gerne mit gestalterischen Techniken, wo man nie so genau weiss, was heraus kommt, Farbe und Papier ein Eigenleben haben. In der Kunst fasziniert mich der Expressionismus. Der Roman von Dauthendey ist expressionistisch geschrieben, obwohl der Autor nicht eindeutig zu den literarischen Expressionisten gezählt wird, dies wohl auch, weil er 1918 auf Auslandsreise verstarb und somit nicht das Motiv des Schreckens vom Ersten Weltkrieg verarbeitet hat, wie diejenigen Schriftsteller, die als Expressionisten bezeichnet werden.
Raubmenschen und Falschspieler
Die erste Wirtschaftskrise nach Einführung des Eigentums, wie wir es heute kennen, war in den 1870er Jahren. 1908, drei Jahre vor dem Erscheinen des Romans Raubmenschen, schüttelte eine grosse Wirtschaftskrise die Welt, eine Warnung für das, was noch kommen würde, ausgehend von der Wall Street in den USA. Auf der Weiterfahrt von New York nach Mexiko begegnet Rennewart den ersten Raubmenschen, hagere Gestalten in abgetragenen Anzügen, von denen einer Spielkarten in der Hand hält. Sie tuscheln unverfroren in seiner Sichtweite, umzingeln den deutschen Reisenden, der ein Buch lesend auf einer Bank sitzt, fordern ihn zum Kartenspielen um Geld auf. Er entkommt nur, weil eine bessere Beute auftaucht, ein junger Mann, der mit seiner Mutter nach Mexiko reist, um dort eine Zuckerfabrik zu übernehmen. Zuerst lassen sie den jungen Mann gewinnen, dann verliert er das gesamte Vermögen der Mutter beim Kartenspiel. Sie hatten gedacht, es für die Modernisierung der Zuckerfabrk zu investieren. Die Falschspieler werfen den jungen Mann, den sie zerlumpt hatten, über Bord, damit es so aussehe, wie wenn er Selbstmord begangen hätte. Der Kapitän klärt Rennewart auf: Die Falschspieler fuhren regelmässig zwischen der Hafenstadt Vera Cruz in Mexiko und New York mit dieser Schiffslinie hin und her. Eigentlich seien sie Schmuggler von Gold, das sie in ihre Kleider eingenäht haben. Auf dem Hinweg nehmen sie diejenigen aus, die Abenteuer und Glück in Mexiko suchten, auf dem Rückweg diejenigen, die in Mexiko zu Geld gekommen waren. Der Kapitän sagt:
"Bedenken Sie, mein Herr, wir sind nicht im schnüffelnden Polizeistaat Europa. Sie sind hier auf diesem Schiff in den waghalsig freien Vereinigten Staaten; und wenn einer hier seinen Kabinenplatz bezahlt hat, dann habe ich ihm nicht in die Karten zu gucken. Das Schiff ist nicht mein Schiff. Ich bin von der Schifffahrtsgesellschaft als Kapitän angestellt und habe nichts anderes zu tun, als meine Passagiere und meinen Kargo sicher von Hafen zu Hafen zu führen."
"Jeder achtet in Amerika auf seine Haut, und wer es nicht tut, der ist ein Esel und dem gebührt, dass ihm die andern die Haut nicht schonen, wenn ihm nichts an sich selber liegt."
aus Raubmenschen von Max Dauthendey, 1911
Rennewart verliert die Frauen, in die er sich auf dieser Reise auf schwärmerische Weise verliebt hat, die schöne Mexikanerin an eine politische Intrige, die blonde Frau des niederländischen Wissenschaftlers, der ein Teleskop in Mexiko bauen wollte, an einen Häuserbrand. Er fährt zurück in einem kleinen Schiff, das Stürme meistern muss, bevor es dann doch dank der guten Schifffahrtskenntnisse des Kapitäns sicher in den europäischen Hafen einläuft mit reichlich Verspätung und mehreren Beinahe Untergängen. Das Wichtigste bei Krisen sind gute Führungskräfte wie der Kapitän des kleinen Schiffes, der die widrigsten Umstände meistert durch Können und Besonnenheit und Zusammenarbeit auf allen Ebenen, zwischen Wirtschaft und Regierungen, auf den verschiedenen Ebenen und global.
Totalitäre Herrschaftssystem früher und heute
Die Philosophin und Intellektuelle Hannah Arendt (1906-1975) hat den Begriff Totalitarismus aus philosophischer und politischer Perspektive geprägt, vor allem in ihrem Hauptwerk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955). Arendt hat in ihrem Werk heraus gearbeitet, dass politische Systeme und Ideologien, die Grundrechte und den demokratischen Rechtsstaat ausser Kraft setzen, Menschen überflüssig machen. Arendt bezieht sich dabei auf den Nationalsozialismus in Deutschland von 1933-1945 und die Sowjetunion unter Josef Stalin (1878-1953) von 1922-1953.
Meine Disziplin, die Agrarökonomie, wie sie bis heute an allen ihren Hochschulfakultäten auf dem Lehrplan steht, beruht in ihren Grundsätzen und Ausrichtung gerade darauf, dass keine überflüssigen Menschen entstehen, zuerst natürlich für genügende Nahrungsmittel zu einem Preis, den sich jeder leisten kann. Bei jeder Arbeit, die Agrarökonomen machen, ob Betriebsplanung, Auswertung von statistischen Daten, agrarpolitischen Konzepten: Methodik und Vorgehensweise in der Agrarökonomie hat immer im Hintergrund, dass es keine überflüssigen Menschen gibt, nach der Definition von Hannah Arendt.
Heute sind keine mehr da, die die Zeit von Holocaust und Nationalsozialismus erlebt haben. Das betrifft insbesondere die Schweiz, die aufgrund ihrer Neutralität, ihrem enormen Widerstandswillen gegen die Bedrohung von allen Seiten, im Zweiten Weltkrieg erfolgreich Widerstand leistete. Eine wichtige Bedeutung hatte dabei die sogenannte Geistige Landesverteidigung, die Abwehr von gesellschaftlicher Veränderung, die es ausländischen Geheimdiensten und organisierter Kriminalität erlauben, informelle Mitarbeiter aus der Mitte der Gesellschaft für ihre Zwecke anzuwerben und zu benützen.
Illegale Zwangsverschuldung als hypride Bedrohung
Zwangsverschuldung, die Übertragung von Schulden, die der Schuldner nicht selbst aufgenommen oder veranlasst hat, die ohne sein Wissen etwa ins Grundbuch eingetragen werden, sind in Deutschland und der Schweiz nicht erlaubt, wegen den Grundrechten in der Verfassung, beziehungsweise dem Grundgesetz und vielen anderen Gesetzen, etwa dem Bankengesetz in der Schweiz und internationalen Abkommen.
Die Schreiben zur angeblichen Einforderung von Erbschaftssteuer, das ich früher auf diesem Blogpost aufgeschaltet habe, sind kriminell, entweder von Call Center Kriminalität der hybriden Akteure, oder, was wahrscheinlicher ist, von sogenannten Nachahmern, also Wegwerf-Agenten, oder Menschen, die das auf eigene Rechnung machen. Die hybriden Akteure, die allgemein unter Verdacht sind, kommen aus Russland, China, Nord Korea und Iran. Bis auf Iran, konnte ich diesen Verdacht bestätigen in den Fällen, in die ich verstrickt war, aber auch von USA. Hybride Bedrohungen lassen sich meist nicht den entsprechenden Staaten direkt zuordnen. Regierungen und offizielle Nachrichtendienste machen nicht unbedingt mit. Organisierte Kriminalität ist immer beteiligt. 2019 war in München eine Razzia gegen die russische Pflegemafia, 2022 gegen rechtsextreme Reichsbürger, die mit der Immobilienspekulation verbunden sind.
Wirtschaftsgeschichte: Zwangssicherungshypotheken 1923
Der historische Hintergrund der Zwangssicherungshypothek unter dem Vorwand von Erbschaftssteuern ist die Einführung der Rentenmarkt 1924, um die Hyperinflation, die 1923 ihren Höhepunkt erreichte und Gegenstand meines Gelprints von 2023 war, einzudämmen. Mit Zwangssicherungshypotheken belegte die Regierung der Weimarer Republik Gebäude von Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft nach einem deutschen Gesetz von 1923 zur Absicherung der Rentenmark, die zur Bekämpfung der Hyperinflation eingeführt wurde. Dies wurde ohne Information der Gebäudebesitzer gemacht, die aber deswegen Schwierigkeiten hatten für ihre Betriebe Darlehen aufzunehmen für normale Investitionen, Überbrückung von Geschäftsflauten und mehr. Die Hyperinflation ging zurück, aber nicht wegen den Zwangssicherungshypotheken, sondern wegen dem Vertrauen, das die deutsche Bevölkerung in die Rentenmark hatte. Wie schon erwähnt, verbietet sich heute ein solches Vorgehen wegen dem Grundgesetz, wie auch der Schweizer Verfassung: Niemandem darf etwas angelastet werden, das er nicht selbst verursacht hat. Offizielle Erbschaftssteuer wurde nicht erhoben, weil die rechtlichen Gegebenheiten sie nicht vorsehen. Offenbar wurde nicht verstanden, was ich dazu geschrieben habe. Es handelte sich um kriminelle Papiere von rechtsextremistischer Ideologie und Todeskult im Zusammenhang mit Immobilienspekulation, kriminellen Finanzprodukten, Schuldenwirtschaft. Die Intermediäre stammen aus der Geldwäsche zur Finanzierung von Terrorismus und aus der Bevölkerung. Jeder kann heute mit Computer und Drucker ein solches Papier selbst herstellen und einen anderen bedrohen damit.
Krisenbekämpfung heute: Risiko-basierter Ansatz
Spätestens seit der Finanzkrise 2008 wurden Massnahmen ergriffen, die darauf abzielen, Krisen zu verhindern, die Wirtschaften resilient zu machen und zu überwachen, dass das so bleibt. Es haben sich aber grundlegende Änderungen im Umfeld für die Bekämpfung von Krisen ergeben ab 2021, sodass in Europa zwei neue Organisationen gegründet wurden: Die Europäische Staatsanwaltschaft mit delegierten Staatsanwälten in den Regionen Europas und die Behörde gegen Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus AMLA. Sie haben einen Risiko orientierten Ansatz. Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus sind ein Risiko für die Wirtschaft und die Sicherheit. In der Sprache der modernen Qualitätssicherung heisst das Operational Risk. Das bedeutet, dass es ein Risiko ist, bei dem nicht abgewogen werden muss zwischen den Vorteilen und dem Risiko, sondern das Risiko muss auf Null gesetzt werden. Operational Risk betrifft jeweils Menschen und deren Handlungen. Bei einem Unternehmen Mitarbeiter, Kunden, Partner in den Lieferketten. Mehr dazu auf einem anderen Blogpost.
Kontext und Beispiele für hybride Bedrohungen
Ich mache konstruktiven Journalismus, was immer schon meine journalistische Ausrichtung war, inzwischen mit besserem Handwerk, wegen einer journalistischen Weiterbildung im Juni 2025. Es geht aber auch darum, dass man sich selbst schützt vor solchen hybriden Bedrohungen, potenzielle Opfer wie Täter. Der Verfassungsschutz des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg:
"Je mehr Informationen offen über das Internet geteilt werden, desto einfacher können diese von böswilligen Akteuren genutzt werden."
Ein Artikel in der Schweizer Zeitung Blick offenbart Sabotage- und Gewalttaten, die man eher als solche erkennt, als die vorher erwähnten mit Computer und Drucker zusammen gebastelten scheinbaren Amtspapiere für erfundene Erbschaftssteuer. Sie stehen im Zusammenhang mit der hybriden Bedrohung Entzug von Vermögen, Pensionskassen- und Sozialversicherungsguthaben aus den wohlhabenden Ländern in kriminelle, ausländische Kanäle, eine Form von Geldwäsche. Der Artikel im Blick vom Mai 2025 handelt von geplanten Sprengstoffattentate auf deutsche Bahngleise, wie vor Kurzem auch in Polen geschehen.
Sprengstoff-Attentate auf polnische und deutsche Bahngleise
Ukrainische Geflüchtete sind laut weiter unten aufgeführten Quellen Hauptziel für Anwerbungen durch russische Geheimdienste. Hybride Bedrohungen lassen aber oft keine staatlichen Auftraggeber ermitteln, weil organisierte Kriminalität, Rechtsextremisten, Kriminelle (Alle Länder haben sich 1971 verpflichtet, die Geldwäsche zu kriminalisieren) und sogenannt strategische Korruption beteiligt ist. Letzteres betrifft Politiker:innen und Verwaltungsangestellte, die entweder die Regeln nicht kennen, sich bewusst oder unbewusst darüber hinweg setzen. Über unlauteres Verhalten in Geheimdiensten und Militär berichtet Edward Snowdon in seinem Buch. Menschenrechtsorganisationen und Gerichtsprozesse, auch in Russland, bestätigten, dass es russische Soldaten waren, die ein Passagierflugzeug aus Malaysien 2014 über der Ostukraine abgeschossen haben und dabei gegen die offizielle russische militärische Führung gehandelt haben.
Der erwähnte Artikel im Blick gibt Einblick in die internationale Zusammenarbeit bei der Verbrechensbekämpfung: Siehe wie Handschellen klicken in der Schweiz auf Antrag des deutschen Generalbundesanwalts, dem obersten Staatsanwalt Deutschlands, beauftragt mit den Prozessen gegen rechtsextreme Reichsbürger in Deutschland. Im Mai 2025 wurden drei Ukrainer in Deutschland und der Schweiz festgenommen, in der Schweiz von Schweizer Polizisten. Dies auch als Hinweis an St. Galler Kantonspolizisten für zukünftige, patriotische Betätigung für die Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern in der Schweiz und den ihr freundschaftlich gesinnten Nachbarländern. Auch im Zweiten Weltkrieg begann die Landesverteidigung der Schweiz jenseits der eigenen Grenzen. Auslandsschweizer, oft seit Generationen in Deutschland und anderen Ländern, spielten eine bedeutende Rolle im Widerstand. Die neue Form von Kriminalität aufgrund von hybrider Bedrohung heute lässt sich nur durch Kooperation über die Landesgrenzen und Ämter hinaus bekämpfen.
Was als grosse Feier der Befreiung von Krieg und bürokratisch-industriellem Genozid des Holocaust vor 80 Jahren andeutete Anfang 2025, hat sich verflüchtigt. Stattdessen prägten die Medienberichterstattung im November 2025 horrende Berichte von Femiziden, grauenhafte Berichte von Ausbeutung und Vernichtung von Frauen, meist durch ihre Partner. Wo im Frühjahr zur Befreiung der KZs in den letzten Kriegswochen noch offizielles Gedenken war, als ich diesen Blogpost zuletzt aktualisierte, ist die Erinnerungskultur an das Ende des Horrors von Krieg und Holocaust vor 80 Jahren nur bedeckt und beschämt. Die Adventsstimmung in Deutschland, die Buden, der Glühweinausschank an Weihnachtsmärkten sind hinter dicken Mauern, die vor Attentätern schützen, die mit ihrem Auto in die Besucher:innen rasen. Aus der vergangenen Wirtschaftsgeschichte kann man lernen, um Fehler nicht zu wiederholen und das bereits Geschehene korrigieren.
Opportunismus und Erinnerungskultur an den Holocaust
In den Jahrzehnten nach Ende des Zweiten Weltkrieg waren es vor allem die Opfer, die Aufklärung und politische Bildung gemacht haben in Gedenkstätten, Schulen und Fernsehen. Sie berichteten über ihre Erlebnisse mit eindringlichen Appellen es nicht zu wiederholen. Letzteres wurde wohl Generationen später nicht verstanden. Die sogenannte Tätergesellschaft, die es auch in anderen Ländern gab, unter dem Deckel der Verschwiegenheit. Man sprach nicht darüber, nicht in der Familie, nur wenig in der Politik. Der Journalist Niklas Frank, Sohn des Kriegsverbrechers Hans Frank (1900-1946) berichtet bis heute in Schulen über die Verbrechen, die sein Vater begangen hat.
Ausserhalb von Deutschland, nannten sich Faschisten und rechtsextreme Terroristen oft beschönigend Nationalisten, zum Beispiel in der Ukraine. Die Nationalisten unter der Führung des Nationalisten Josep Bandera (1909-1959) ermordeten neben der Beteiligung am offenen Judenmord dort auch 120'000 Polen. Vor 1991 war die Ukraine nie ein selbständiger Staat, sondern immer Teil von Imperien, der Westen der Ukraine etwa gehörte zur österreichisch-ungarischen Monarchie und war vorher jüdisches Siedlungsgebiet Pale im russischen Zarenreich, wo regelmässig die Bevölkerung unter Mitwirkung der Polizei Progrome organisierte. Der Ausdruck Progrom ist ein veralteter Begriff für Genozid, was erst nach der Erfahrung des Holocaust definiert wurde: Massenmord an Unschuldigen wegen deren Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personengruppe, aufgrund von Vorurteilen und Falschbeschuldigungen. Die vom totalitären System zu Überflüssigen erklärten, werden vernichtet.
80 Jahre Befreiung der KZs und Umgang mit der Vergangenheit
Professor Dr. Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sagte im ZDF-Morgenmagazin anlässlich der Feierlichkeiten zu 80 Jahren Befreiung der beiden KZs am 11. April 1945 und der heutigen antisemitischen Angriffe, dass es jetzt darum ginge, wissenschaftliche, korrekte, wissensbasierte Informationen im Internet und auf sozialen Medien zu veröffentlichen, für ein Gegengewicht zur Fehlinformation und sogar rechtextremistischer Propaganda, die dort verbreitet wird. Ich habe das auf verschiedenen Blogposts auf diesem Blog gemacht und hatte enormen Schaden deswegen. Die Mehrzahl der Historiker, die sich mit der Zeitgeschichte von Nationalsozialismus und Holocaust befassen, haben keinen Hintergrund in Ökonomie und Wirtschaftsgeschichte. Die Wirtschaftspraktiken der Nationalsozialisten und der totalitären Wirtschaft, der Ausgrenzung, dem Überflüssigmachen von Menschen sei heute in Ordnung, wenn man solchen Taten einen anderen Namen gibt, etwa Wirtschaftsrecht. Die gesellschaftlichen Veränderungen durch digitale Netzwerke hat es mit sich gebracht, dass eine regelrechte Kultur der Entrechtung, des In-den-Tod treibens, des Zugrunderichtens, hauptsächlich von Frauen, um ihnen die eigenen Schulden, die Schulden des Arbeitgebers, von Sozialinstitutionen, Versicherungen und anderen Organisationen zu übertragen.
Das sind die gesellschaftlichen Gegebenheiten, an denen hybride Akteure ansetzen und sie verwenden dabei schwer geächtete Methoden der Kriegsführung, die am Unterbewusstsein ansetzen, landläufig genannt Hirnwäsche. BKA und BND, die unbestritten die Experten sind, sagen, dass hybride Akteure ausländische Geheimdienste sind. Genau wie bei Sexualstraftaten an Kindern über das Internet, ist es sehr schwierig sich zu wehren dagegen. Oft sind die Ideologien dahinter rechtsextremistisch. Die Öffentlichkeitsarbeit von BKA, BND und deutschen Verfassungsschützer nennt aber auch dem linken und grünen politischem Spektrum zugeordnete Ziele der hybriden Akteure und ihrer Mittelsmänner anwerben mit gefälschten Einladungen zu Klimaschutz-Aktivismus. Genau wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, werden auch gutgläubige junge Menschen verfangen Störmanöver und Straftaten zu begehen, die sich eher auf der linken Seite der politischen Landschaft sehen. Aus der Perspektive der Risikobetrachtung der hybriden Bedrohung hat das mit den erwähnten Methoden der Hirnmanipulation zu tun, die zur Radikalisierung führen. Menschen, denen Tierschutz ein Anliegen ist, sind von beiden Seiten des politischen Spektrums.
Extreme Tierschützer sind rechtsextrem
Als ich den Gelprint zur Illustration gemacht habe, hatte ich den Tierschutz Fall von Hefenhofen, nur am Rande verfolgt, das Pressefoto im Internet gesehen, wo ein wütendes Mob ähnlich wie bei den letzten Geiselübergaben in Gaza hinter Absperrungen zurück gehalten wurde, während ein Schweizer Militär ein für mich als Pferdelaie gut aussehendes Pferd an ihnen vorbei führte. Es ging mir bei der Gestaltung meiner Illustration eher um die übergeordnete Symbolik des hasserfüllten Mobs, dass sich zusammen rottet und hetzt gegen einen. Jahre später wurde der Pferde- und Mutterkuhhalter in den meisten Punkten frei gesprochen, das Verfahren gegen ihn zurück gewiesen an das Bezirksgericht, insbesondere wegen mangelhaften Beweisen und Fehler im Rechtsverfahren. Das Betreibungsamt aber verkaufte den Hof an ein österreichisches Ehepaar für einen Millionenbetrag, der weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Ertragswertbewertung liegt. Das österreichische Unternehmerpaar will dort einen Gemüsebaubetrieb errichten. Das ist nicht konform mit der Schweizer Gesetzgebung.
Ob der Hefenhofer Pferde- und Rinderhalter Tierschutzvergehen begangen hat und in welchem Ausmass, kann ich nicht beurteilen. Bedroht zu werden von Bürokraten, Kontrolleuren und dem Mob auf dem Pressefoto lassen es nicht zu Tiere zu betreuen. Extreme Tierschützer sind traditionell rechtsextrem. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben überzeugte Nazis ihre Aktivitäten in die Tierschutzvereine verlegt, vor allem, um ihren Antisemitismus auszuleben, indem sie das Schächten anprangerten. Die Organisation Animal Rebellion, die den Kuhstall des Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandspräsidenten mit rund 15 Personen entsprechend den vielfältigen Pressemeldungen überfiel, ist laut Informationen, die diese Organisation selbst in Medien und Internet verbreiten, gewalttätig aufgrund ihrer Ideologie. Mitglieder lehnen jegliche Form der Milchwirtschaft ab und sind bereit für dieses Ziel Gewalt auszuüben. Sie fordern andere dazu auf an ihren Taten mitzuwirken, womit sie auch den Nutztieren das Recht auf Existenz absprechen, statt die Bedingungen zu fördern, unter denen Haustiere und Nutztiere artgerecht gehalten werden. Animal Rebellion ist ein deutscher Ableger einer ausländischen Organisation, die auf ihrer Internetseite äusserst militante Ansichten verbreitet und auffordert an gewalttätigen Aktionen teilzunehmen.
Milch- und Landwirtschaft sind grundsätzlich wichtige Infrastruktur im Verteidigungsfall, weil sie die Ernährung sichern, die Lebensgrundlagen Wasser, Boden und Klima über die Landnutzung schützen und dazu die Handelsbilanz über Exporte und Importe bestimmen, insbesondere in einem Land wie der Schweiz, das über zu wenig guten Boden für Landwirtschaft verfügt, um die Bevölkerung autark zu ernähren, also relativ viele Nahrungsmittel importieren muss. Eine negative Handelsbilanz bedeutet automatisch Staatsschulden, dies ungeachtet der Kritik an der gegenwärtigen Agrarpolitik und landwirtschaftlichen Wirtschaftsweisen und Betriebsformen, an denen auch ich viel Kritik übe.
Angriff auf die Frau des Bayerischen Bauernverbandspräsidenten
Der Angriff auf die Frau des Bayerischen Bauernverbandspräsidenten, der als Kandidat für das Amt des bundesdeutschen Landwirtschaftsminister im Gespräch war, entspricht dem rechtsextremen Tätervorgehen und nicht einem Protest, wie er vom deutschen Grundgesetz als demokratisches Recht verbrieft ist. Die Aktivisten wählten dabei einen Zeitpunkt, an dem die Frau alleine mit dem Angestellten im Stall die Arbeit mit den Rindern verrichtete, ihr Mann in Berlin war. Es ist ein Akt der Gewalt, wenn 15 betriebsfremde Leute aufs Dach eines Kuhstalles steigen und ein Transparent vor die Stalltüre halten, rauchendes Feuerwerk in den Händen haben. Wo linksextreme Terroristen, wie etwa die RAF in den 1970er bis 1980er Jahren prominente Personen ermordeten, allerdings auch deren Fahrer und Begleitpersonen, terrorisieren und ermorden Rechtsradikale und andere Radikalisierte die Angehörigen. Ins Visier kann jeder kommen. Die Sprecherin von Animal Rebellion wird in einem Zeitungsbericht zitiert mit dem zynischen Satz:
"Wir standen nicht plötzlich im Schlafzimmer - wenn wir mal davon ausgehen, dass er nicht im Stall wohnt."
Der Code der rechtsextremen Ideologie meint mit ins Schlafzimmer gehen, im Schlaf erwürgen, wie auch die Obduktion von zwei Kinderleichen, die von Hamas an Israel zurück gegeben wurden, bezeugen. Mein Vater hatte in meiner Kindheit deswegen immer eine Axt neben dem Bett liegen, später dann auch eine Steinschleuder, um seine Frau mit einer Hautkrankheit, die nach der rechtsextremen Ideologie vom Teufel sein soll, zu verteidigen gegen solche Einschleicher in die Wohnung. Die Bedrohung war real, weil in den 1960er und 1970er Jahren in den Südstaaten der USA, wo wir damals lebten, der Ku Klux Klan2 wegen der Bürgerbewegung aktiv war und man meiner Mutter die Hautkrankheit ansah. Ku Klux Klan2 war antisemitisch und hetzte für Lynchmorde.
Gewalt aufgrund von Vorurteilen
Als die Angriffe von Behörden auf meine Landwirtschaft begannen, 2012, kam auch ein verschuldeter Bauer als Gemeindekontrolleur, der wie er sagte, meine Tiere zählen wollte, sodass ich ihn wie damals auch Pilger am Jakobsweg, an dem mein Hof liegt, Fleischkunden, junge Mütter mit ihren Kindern, einlud, damit er sich ein Bild machen konnte von meiner Landwirtschaft. Er brüllte mich an vor dem Stall, in dem meine Schafe mit ihren noch jungen Lämmern waren, dass es mindestens zwei Wochen ging, bis die Tiere sich wieder beruhigt hatten. Ein Stall gehört eindeutig zum persönlichen Bereich. Der richtige, ruhige Umgang mit den Tieren ist Bestandteil der Landwirtschaftslehre. Mein letztes Beispiel zeigt, dass es auch innerhalb der Landwirtschaft Radikalisierte gibt. Wie der Konflikt zwischen den Generationen, basiert auch der Konflikt zwischen Land und Stadt auf Vorurteilen, was auch wieder eine Anfälligkeit ist, die hybride Akteure und ihre intermediären Netzwerke ausnützen. In der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wurde als Massnahme der Geistigen Landesverteidigung der Landdienst gegründet, der junge Menschen aus der Stadt als Betriebshelfer, um die Lebenswelt und Arbeit der Bauern und Bäuerinnen, des Nahrungsmittelanbaus kennen zu lernen, wobei sie die ins Militär eingezogenen Männer ersetzten als Arbeitskraft. Es braucht aber auch mehr Verständnis für die Opfer von Gewalttaten und Prävention. Wie Niklas Frank antwortete auf eine Frage, ob er denn Parallelen sehe zur Zeit in der sein Vater Kriegsverbrecher war:
"Wir sind wieder gnadenlos."
Gewalt und ihre Ursachen müssen angesprochen werden, das Mitgefühl für die Opfer und entsprechende Hilfen angeboten werden, das schon erwähnte Schweigen gebrochen. Die Aufnahme von kriegsverletzten und kranken Kindern aus Gaza mit ihren Familien in die Schweiz ist ein Anfang.
Gewalt ansprechen und verurteilen
Ich bedanke mich beim Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands, Günter Felssner, dass er so dezidiert in der Öffentlichkeit gesprochen hat von einem Akt der Gewalt gegen seine Frau und damit für alle Frauen, die in der Landwirtschaft tätig sind. Felssner stellte Strafanzeige, sodass der Staatsschutz nun ermittelt. Es geht nicht darum, welche Straftatbestände nun zur Anwendung kommen sollen in einem Gerichtsverfahren, sondern, dass Gewaltakte auch in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung und dem Überhandnehmen von wirtschaftlicher Machtausübung gegen Personen in ihrem Privatbereich, insbesondere Frauen, geächtet und bestraft werden müssen sowie der Untersuchung der extremistischen Hintergründe von solchen Organisationen, die offen zu Gewalt aufrufen und auch deren Finanzierung. Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 5. Oktober 2025, dass es ein Gerichtsverfahren geben wird gegen zehn der beteiligten Aktivisten, das Bayerische Wochenblatt am 17. Oktober 2025, dass gegen die Organisation Animal Rebellion kein Verfahren eröffnet wird, weil die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ergeben hätten, dass es sich bei der vorgeblichen Tierschutzorganisation nicht um eine kriminelle Vereinigung handeln soll, nach den Paragrafen der Strafgesetzgebung. Die von BKA, BND und das Bundesamt für den militärischem Abschirmdienst BAMAD definierten Vorgaben für Wegwerf-Agenten und hybride Bedrohung können aber durchaus zutreffen. Die Präsidentin des BAMD warnt:
"Wenden Sie sich zu ihrem persönlichen Schutz und dem Schutz unseres Landes an das Bundesamt für Verfassungsschutz. Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt."
Kontaktmöglichkeiten sind auf den erwähnten und verlinkten Internetseiten der gemeinsamen Kampagne aufgeführt. So wird auch deutlich, dass die Anfälligkeit wegen gesellschaftlicher Veränderung und die hybride Bedrohungen selbst schlecht mit Strafverfolgung bekämpft werden können.
Professionelle Kriegsführung gegen Zivilisten
Der Experte für professionelle psychologische Kriegsführung, Chase Hughes sagt, dass es ab den 1950er und 1960er Jahren einen regelrechten Wettlauf gegeben habe zwischen den USA und der Sowjetunion für die psychologische Kriegsführung zur Zerrüttung von Gesellschaften, für die Hirnwäsche von Kriegsgefangenen aufgrund von moderner Hirnforschung, der bis heute anhält, genau wie bei der Raumfahrt und der Aufrüstung mit Atombomben. Es geht also nicht nur um Sabotageakte gegen militärische Einrichtungen. Die Sabotage von kritischer Infrastruktur erfolgt auch über cyberkriminelle Angriffe, Call Center Kriminalität, Übernahme von Unternehmen und Organisationen durch organisierte Kriminalität und Korruption. Call Center Kriminalität geht ursprünglich von Versklavten in Asien und Osteuropa aus. Mit Folter, psychologischer Kriegsführung, Bedrohung ihrer Angehörigen, werden sie gefügig gemacht und erpresst, damit sie Menschen in den wohlhabenden Ländern Vermögen und Ersparnisse mit betrügerischen Geldanlagen abnehmen. Die Anfälligkeit für rechtsextremistische Ideologie beruht aber auch darauf, dass sie gar nicht mehr bekannt ist als solche.
Ein Ermittler im Falle des Mords an der Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 sagte in einer Fernsehdokumentation, dass er nur wegen dem, was er in den Akten gesehen hat, einen Nervenzusammenbruch und Posttraumatisches Belastungssyndrom PTSD bekam und frühpensioniert werden musste. Unter anderem kam dabei heraus, dass Polizisten in der Einheit von Kiesewetter Mitglied beim deutschen Ableger des Ku Klux Klans waren, der sich nennt European White Knights of the Ku Klux Klan (EWK KKK). Das ist eine Organisation, die Fehmemorde begeht. Die Anwerbung ist perfide und manipulativ, dass da unbedingt Ausstiegshilfen angeboten werden müssen. Es heisst hybride Bedrohung, weil sie abgewehrt werden muss. In einer intakten Gesellschaft mit Nachbarschaftshilfe, Vereinsleben und Volkshochschulen haben solche schwer kriminellen, ideologisch verbrämten Organisationen keine Chance.
Zusammenfassung
Hybride Akteure in Gestalt ausländischer Geheimdienste werben sogenannte Wegwerf-Agenten an aufgrund der Anfälligkeit in der Gesellschaft wohlhabender Länder für teils kulturell immer vorhandener eigentlich dem rechtsextremen ideologischem Spektrum zugeordneter esoterischer, mit Gewalt verbundenen Ritualen von Ausgrenzung, Machtausübung aufgrund von Neid, Konkurrenzdenken, Cliquenwirtschaft, wie sie gerade in der Hetze gegenüber in sozialen Medien und Internet mit den vielen Dissinformationen und gezielt platzierten Manipulationen in den Internetmedien verbreitet werden. Cyberkriminelle Papiere werden an Behörden geschickt, die sie teils ungeprüft weiter leiten, oder selbst verfassen. The Art of Compliance und der risiko-basierte Ansatz der neuen Europäischen Behörde für die Bekämpfung von Geldwäsche und Finanzierung von Terrorismus bedeutet, dass sich an die geltenden Gesetze zu halten mit gegenseitiger Unterstützung und mit Einsicht, Zusammenarbeit wieder funktioniert. AMLA beruht auf zwei Säulen: Überwachung und sogenannte Financial Intelligence Units.


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